TU Wien: Mikrofon mit Lichttechnik verdient Dr. Ernst Fehrer-Preis

Dr. Balthasar Fischer, Quelle: https://www.tucareer.com

Mikrofone sind eine praktische Erfindung – aber leider ziemlich störanfällig. Wer hat sich nicht schon darüber geärgert, dass man bei starkem Wind sein Gegenüber am Telefon kaum versteht? Ein herkömmliches Mikrofon ist dagegen leider nicht gefeit, weil die Schallwelle eine Membran in Schwingung versetzt und diese Bewegung in elektrische Signale umgewandelt wird. Eigentlich ganz einfach, oder?! Genau deswegen gibt es bisher keine Möglichkeit, diese Störquellen, z.B. beim Telefonieren, auszuschalten. Ein Dissertant der TU Wien hat sich dazu aber Gedanken gemacht und ein Laser-Mikrofon erfunden, das weitaus unempfindlicher ist und trotzdem funktioniert.

Dr. Balthasar Fischer hat neben seinem Physikstudium auch die Ausbildung zum Tonmeister absolviert und in seiner Forschung beide Bereiche vereint: „Er entwarf ein Mikrophon, das mit Laserlicht funktioniert und im Gegensatz zu allen anderen Aufnahmegeräten völlig ohne schwingende Membran auskommt.“ So wird eine völlig neue Methode der Tonaufnahmetechnik ermöglicht. Der junge Forscher bekommt dafür sogar den Dr. Ernst-Fehrer-Preis für angewandte Forschung verliehen. Der Preis wird jährlich für besondere technische Forschungsleistungen mit praktischer Anwendbarkeit vergeben.

Laser Mikrofon; Quelle: https://science.orf.at

Unterstützt von der Firma NXP Sound Solutions in Wien konnte Fischer das neue Mikro praktischerweise auch gleich für seine Dissertation nutzen. „Die Grundidee des Laser-Mikrophons ist einfach: Ein Laserstrahl dringt in den Raum zwischen zwei Spiegeln ein und wird zwischen ihnen viele Male hin und herreflektiert. Wenn die Wellenlänge des Laserlichts genau zum Abstand der Spiegel passt, verstärkt sich der Strahl dabei und kommt auf der anderen Seite in voller Stärke wieder hinaus“, erklärt Balthasar Fischer.

Für die Erfindung wird einfach die Tatsache genutzt, dass Schall nicht nur Luft in Schwingungen versetzt, sondern auch Licht beeinflussen kann. Die Membran eines herkömmlichen Systems wird hier durch einen Laserstrahl ersetzt.

Ein erster Prototyp existiert bereits – allerdings in eher etwas unhandlicher Größe. Fischer ist aber davon überzeugt, dass das nicht mehr lange so bleiben wird und arbeitet mit Hochdruck an einer verkleinerten Version.

Wer weiß, vielleicht können uns ja bald beim Telefonieren starke Windböen nichts mehr anhaben?!

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