Apr 042012
 

Jetzt ist er endgültig angekommen der Frühling und der April zeigt schon, dass er macht was er will. Am Morgen liegt noch Schnee auf den Dächern, am Nachmittag lacht die Sonne und die Blumen fangen an zu sprießen. Die Natur beginnt wieder ihr volle Pracht zu entfalten und auch die ersten Tierbabys erblicken das Licht der Welt.

Im Frühjahr kommen die kleinen Katzen aus dem Heu gekraxelt, aber auch Fohlen und Kälbchen springen munter auf der Weide umher. Leider gibt es mit jeder Geburt auch ein Tier, dass seinen letzten Atemzug macht und von uns geht. Viele davon werden von der Tierkörperverwertung abgeholt. Andere hingegen, meist sind es Kühe, treten ihre letzte Reise zu einem Schlachthaus an. Dort wird wirklich fast alles von den Tieren verwertet, dennoch bleibt immer das ein oder andere Stück noch über. So fallen ca. eine halbe Million Tonnen Lipide (Fett), jährlich aus Schlachthöfen und Tierkörperverwertungsanstalten europaweit ab, der Großteil davon wird verbrannt.

Genau bei dieser Handlung setzen nun Wissenschaftler der TU Graz an. Gemeinsam mit europäischen Partnern haben sie ein Projekt „ANIMPOL“ aufgezogen, bei dem sie nach biologisch abbaubaren Kunststoffen und Biotreibstoffen ,auf der Grundlage von Schlachtabfällen, forschen.

Seit Januar 2010 wird bereits von elf europäischen Institutionen geforscht und es gibt bereits Resultate. Es wurde ermittelt, dass sich aus einer Tonne dieser Lipide 0,7 Tonnen Biokunststoff herstellen lässt. Pflanzliche Rohstoffe wie Kohlenhydrate aus Zucker oder Glucose ergeben im Gegensatz dazu nur etwa eine halbe Tonne. In beiden Fällen wird mit Hilfe von Bakterien der Ausgangsstoff für die Bio-Polymere hergestellt, aus denen dann der „grüne“ Kunststoff resultiert.

Generell liegt der Vorteil von Biokunststoffen darin, dass sie biologisch abbaubar und mit anderen biologischen Stoffen kompatibel sind. Dies macht sie besonders geeignet für die medizinische Verwendung, sei es in Form von Implantaten oder Nahtmaterial. Neben der Verarbeitung in nachhaltige Kunststoffe prüft das ANIMPOL-Forschungsteam auch, ob es möglich ist, aus Tierabfällen effizientere Biokraftstoffe herzustellen.

Bevor sie jedoch auf die Schlachthaus Abfälle gekommen sind, experimentierten sie mit Abfällen aus der Käseerzeugung. Denn die Restflüssigkeit bei der Käseerzeugung, auch Molke genannt, wird beispielsweise in Oberitalien einfach ins Meer geschüttet. Dabei enthält sie 40 bis 50 Gramm Laktose per verarbeitetem Liter Milch und somit kann sie perfekt als Ausgangsstoff für die Herstellung von Biokunststoff verwendet werden. Leider scheiterte die Pilotanlage am mangelnden politischen Willen und deshalb wurde erst mal die Priorität auf die Schlachtabflälle gelegt. Denn hier soll bis Ende 2012 weitergeforscht und danach eine Pilotanlage errichtet werden.

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