Warum Tamiflu etwas mit einem explodierten Dorfbriefkasten zu tun hat…

H5N1 Virion
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Schon im frühen Kindesalter experimentierte der Vorarlberger Norbert Bischofsberger mit selbst hergestelltem Schwarzpulver und ließ den örtlichen Dorfbriefkasten dabei in die Luft fliegen. Gott sei Dank wurde seine Experimentierwut durch diesen Vorfall nicht gebremst, denn Jahre später entwickelte der Biochemiker den Grippeimpfstoff Tamiflu gegen die Vogelgrippe.

Trotz verschiedener Angebote europäischer Chemie-Konzerne wandert Norbert Bischofberger 1981 in die USA aus und absolviert an der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts, sein Postgraduales Studium. Danach verblieb er in den USA und arbeitet seit 1990 für die Firma Gilead Sciences, deren Vizepräsident er seit 2000 ist.

Inspiriert durch die Präparate „Amantadin“ und „Rimantadin“, die jeweils nur einen Grippetypen bekämpfen konnte und zudem starke Nebenwirkungen zeigten, entwickelte Bischofberger mit seinem Team 1994 das Medikament „Tamiflu“ und in der Folge sieben weitere, hoch wirksame Mittel gegen Viruserkrankungen.

Nach umfangreichen Prüfungen wurde das Medikament 1999 in den USA zugelassen. Der Schweizer Pharmagigant Roche erwarb schließlich die Tamiflu Lizenz. Dabei fließen vom Erlös jeder Packung, in Österreich kostet das Medikament ca. 40,- Euro, zehn Prozent in die Kassen von Gilead.

(Ende)

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