Strohballen und kühles Eis nominiert für den Klimaschutzpreis

Ing. Jürgen Höller macht das Haus aus Stroh erst möglich!

Nun sind wir schon bei der letzten Kategorie (Alltag & Ideen) des österreichischen Klimaschutzpreises angelangt. Meines Erachtens die spannendste Kategorie, denn das Beste kommt meist zum Schluss. Heute stell ich euch die ersten zwei davon vor. Das erste Projekt geht von der Baumeister Jürgen Höller GmbH aus.

Meine Mutter sagte immer schon Lebe lustig, lebe froh, wie die Maus im Haferstroh! Genau das ist seit letztem Jahr EU-weit möglich. Denn Stroh wurde nun als Baustoff zertifiziert. Das erste Haus lies also nicht lange auf sich warten und auch im burgenländischen Sankt Kathrein kann man jetzt so eines begutachten.

Ein Bungalow mit 170 m² Wohnfläche ist auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches. Wenn man aber genauer hin schaut, erkennt man die dicken Mauern. Die Wände sind 1,2m breit und insgesamt wurden 70 Tonnen Stroh unter dem Lehmputz verbaut.

Stroh ist ein nachwachsender Rohstoff und bestens als Dämmung geeignet, deshalb hat sich der Bauherr auch dafür entschieden. Erstaunlich kurz war auch die Bauzeit, denn in wenigen Tagen stand bereits der Rohbau des Hauses.

Aber was wäre ein Hausbau ohne Verzögerungen und Schwierigkeiten? Das ist ja fast unmöglich und so gab es auch beim Haus aus Stroh Komplikationen. Das Problem war den Rohstoff zu bekommen. Es hat sich nämlich bei den meisten Bauern noch nicht herumgesprochen, dass Stroh ein sehr gutes Baumaterial ist. Wenn die Landwirte also bereit wären mehr Stroh einzulagern und die Produktion etwas zu steigern, könnten sie sich ein zusätzliches Einkommen sichern.

Das Bauunternehmen hat also versucht Stroh aus der Steiermark und dem Burgenland zu besorgen, haben aber nirgends eines bekommen. Sie mussten dann auf Stroh aus dem Weinviertel ausweichen. Davon waren sie nicht sehr begeistern, weil die Transportwege sehr lang waren aber ihnen blieb leider nichts anderes über. Außerdem musste darauf geachtet werden, dass das Baustroh frei von Fremdmaterialien und Ungeziefer ist.

Das Haus ist also klimafreundlich gebaut und sollte es einmal abgerissen werden, hinterlässt es keinen Schutthaufen, sondern einen Komposthaufen.

Erfinder: Andreas Krems und Benjamin Kohl

Das zweite Projekt geht von zwei ehemaligen Schülern der HTBLA Weiz aus. Eine Diplomarbeit war der Auslöser für den Bau einer mit Photovoltaik betriebenen Eisdiele.

In der Eisdiele stecken ca. 400 Stunden Arbeit. Der Anfang war das Konstruieren, danach wurde berechnet und die ganzen Einzelteile besorgt. Der Zusammenbau brachte sehr viel Arbeit und Tücken mit sich. Es wurden manche Dinge noch verbessert und so waren auch die Ferien schon verplant. Sie haben viel in deren Freizeit gearbeitet aber das Ergebnis spricht für sich.

Die Kühlung der Eisdiele wird also mit einer Solaranlage betrieben. Die funktioniert nicht nur bei schönem, sondern sogar bei trüben Wetter. Denn die Photovoltaik benötigt nur diffuses Sonnenlicht um Strom zu gewinnen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Diele komplett mobil ist. So kann sie auf diversen Veranstaltungen eingesetzt werden ohne vorher an eine Steckdose zu müssen. Der nächste Sommer kann also kommen! 🙂

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