Schlucken statt spucken

Einige Tiere sabbern.
Besonders bekannt für das Verteilen von Speichel sind Lamas oder Alpakas. Kein Wunder, dass mancher Kontakt mit diesen Tieren unerfreulicherweise doch feuchter ausgefallen ist, als einem lieb war. In Österreich sind Lamas uns Alpakas übrigens überraschend beliebt. Etwa 6000 wollige Vertreter werden in Österreich gehalten. Zum einen werden sie als Therapiehelfer oder Hobbytiere eingesetzt. Zum andern sind sie hervorragende Wolllieferanten und eignen sich auch als Trekkingtiere, aber eines ist sicher: sie spucken. Punktum.

In Österreich macht den Tieren aber leider insbesondere ein Leberegel zu schaffen. Gegen den Parasiten existiert zwar ein entsprechendes Medikament, aber wie sollen Medikamente verabreicht werden, wenn sie kurzum wieder ausgespuckt sind? Im Krankheitsfall wandelt sich die „Spucksituation“ zu einem Problem, das schnell zu einem ernsten Fall wird. Wiener Forscher sind diesem Problem nachgegangen und haben eine spezielle Paste entwickelt.

©Veterinärmedizinische Universität Wien/news4vets

In diese für Lamas und Alpakas leckere Paste können notwendige Medikamente eingemischt werden. Die Tiere nehmen die Behandlung endlich gern zu sich. Außerdem gingen die Forscher der Frage der passenden Wirkstoffkonzentration nach. Dabei hat sich herausgestellt, dass der Wirkstoff Praziquantel in einer sehr hohen Dosis in die Paste eingemischt werden muss, um entsprechende Erfolge in der Behandlung gegen den Leberegel zu erzielen.

„Unsere Entwicklung ist eine wichtige und gute Lösung für diese Tiere. Wir arbeiten nun an weiteren oral zu verabreichenden Medikamenten für unterschiedliche Erkrankungen bei Lamas und Alpakas„, erklärt die Pharmakologin Agnes Dadak.

Medizin, die schmeckt. Das freut Tier und Halter.
Und gespuckt wird beim Streichelzoo auch weiterhin.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.