Jul 182013
 

Der Gang zum Zahnarzt.
Für viele reicht das schon aus, um für kleine Schweißausbrüche oder zumindest ein mulmiges Gefühl zu sorgen. Andere sehen dem Ganzen um einiges gelassener entgegen. Zugegeben, es existieren genug notwendige Behandlungen, die etwas mehr als unangenehm sind… Doch, wenn alles wieder in Ordnung gebracht worden ist, ist das Bissgefühl um so besser!
Bissgefühl – das Stichwort, welches uns zu einer ganz interessanten Erfindung bringt, die im Rahmen des Bewerbs Jugend Innovativ 2013 den Anerkennungspreis in der Kategorie Engineering gewonnen hat. Wird ein Zahnersatz bzw. Brücke oder auch Krone benötigt, nimmt der Zahnarzt zunächst einen Abdruck, der wiederum an den Zahntechniker geht. Dieser macht sich nun an das Formen des spezifischen Zahnstückes. So weit, so gut. Aber wie wird festgestellt, ob der Zahn beim Patienten selbst wirklich passgenau sitzt?

Magdalena Gebhart, Philipp Harrer, Claudia Rauber (v.l.n.r.) © aws, Wolfgang Voglhuber; Quelle: jugendinnovativ.at

Zu diesem Zweck findet der Artikulator Einsatz, der dazu dient Kiefergelenksbewegungen zu simulieren. Konkret werden bei diesem Gipsmodelle die Zahnbögen des Ober- und Unterkiefers montiert. Der Zahntechniker setzt schließlich den geformten Zahnersatz ein und bewegt die Vorrichtung per Hand.

Der Anstoß zur Weiterentwicklung des Artikulators gab die Firma Aktivident, welche dem Fachlehrer Werner Konstanzer die Anfrage für die Entwicklung eines neuen Artikulators zugetragen hat. Konstanzer entwickelte in Folge mit drei SchülerInnen der HTBLuVA Mödling die „elektronisch gesteuerte Unterkieferbewegung am Artikulator im Dentalbereich“. Wo derzeit der Zahntechniker den Artikulator bewegt, geht die Erfindung einen Schritt weiter.

Am neuartigen Artikulator sind nämlich beidseitig Kleinstmotoren angebracht, die zur Simulation der natürlichen Kaubewegung dienen (von einfachen Einzelbewegungen bis(s) zum angestrengten Kauen). In der Entwicklungsphase selbst konnten durch die Firma Aktivident Projektfortschritte zeitnah verifiziert werden, sodass ein Entwickeln an der Praxis vorbei ausgeschlossen werden konnte. Indem die Kausimulation nun sozusagen automatisch erfolgt, hat der Zahntechniker die Hände frei um beispielsweise problemlos mit der Okklusionsfolie (diese zeigt den Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer an – die Kaufläche) zu hantieren. Mit dem motorisch betriebenen Artikulator lässt sich das Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkiefer einfacher als bisher feststellen, sodass der gewünschte Kaukomfort leichter erzielt werden kann.

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