Sep 052012
 

Funktionelle Kleidung ist bereits seit einigen Jahren kein exotischer Begriff mehr. Atmungsaktive Shirts werden gerne zum Sport getragen. Doch nach wie vor gibt es natürlich Verbesserungsmöglichkeiten. Das Grazer Kompetenzzentrum ACIB zählt weltweit zu den führenden Experten, wenn es darum geht wie synthetische Polymere an ihrer Oberfläche funktionell verbessert werden können.

Funktionelle Kleidung wird gerne beim Sport getragen, Quelle: www.sfg.at

Unbehandelte Kleidung aus synthetischen Fasern wäre etwa so angenehm wie sich ein Einkaufssackerl überzustülpen und würde sich auch ziemlich gleich anfühlen. Der Ausgangsstoff ist nämlich weder atmungsaktiv, noch wasserdurchlässig oder antistatisch. Sämtliche Eigenschaften, die wir an funktioneller Kleidung so schätzen, gewinnt der Stoff erst durch seine spezielle chemische Behandlung.

Leider sind mit der Chemie notwendigerweise einige Nachteile verbunden. Abgesehen von der Belastung für die Umwelt ist auch Materialverlust als großes Manko anzuführen. Aus diesen Gründen forscht das ACIB (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) an einer biotechnischen Alternative.

„Entgegen der allgemeinen Meinung werden hochwertige und teure Textilien meist aus synthetischen Materialien wie Polyester hergestellt. Wir beschäftigen uns damit, diesen Stoffen mit Hilfe von Enzymen genau jene Eigenschaften zu verleihen, die sich der Träger von seiner Kleidung erwartet,“ führt Professor Georg Gübitz, Forschungsleiter des Bereiches Polymer und Enzyme bei ACIB, aus.
Durch die Enzymbehandlung ist es möglich, dass sich das zuvor unangenehme Material Polyester wie Seide auf der Haut anfühlt, UV-Schutz bietet oder atmungsaktiv wird. „Jedes Enzym ist als Biokatalysator extrem spezifisch und beeinflusst den Stoff auf eine ganz bestimme Weise. Unterschiedliche Kombinationen ermöglichen daher verschiedene Funktionen,“ erklärt Gübitz.

Mit der im Kompetenzzentrum entwickelten Methode wird der Stoff selbst durch die Behandlung nicht angegriffen – die Enzyme wirken an der Oberfläche, die erreichte Funktionalität besteht permanent. Wir begrüßen unsere funktionellen Kleidungsstücke und freuen uns um so mehr, wenn sie umwelttechnisch verträglich hergestellt werden können.

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