Okt 062019
 

So funktioniert Immobilienvermarktung ohne Listung
Das Wiener PropTech-Startup Findheim stellt den Vermarktungsprozess von Immobilien auf den Kopf und liefert damit eine Win – Win Situation für Wohnungsverkäufer und Wohnungssuchende. Ein erster Prototyp wird morgen im Rahmen der Expo Real in München präsentiert.Der Rollout ist für Jahresende angedacht.

Die Idee den Vermarktungsprozess von Kaufimmobilien umzudrehen, kam dem Wiener Proptech-Startup durch die zahlreichen Gespräche mit Bauträgern und Maklern. “Oftmals haben die Verkäufer Objekte im Portfolio, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht auf Plattformen gelistet werden können. Und damit haben sie ein Problem ihr Angebot bekannt zu machen” analysiert Findheim Geschäftsführer Jürgen Leger. “Die Secret Deals lösen nun dieses Problem, indem sie einen sicheren 1:1-Kommunikationskanal mit Usern herstellen, die aktuell genau nach solchen Objekten suchen. Eine öffentliche Listung wird damit hinfällig.”


Und so geht’s:
Auf der Plattform www.findheim.at werden dem wohnungssuchenden User Fragen gestellt, die schlussendlich in einem genauen Profil zusammengefasst werden und die Wünsche und Vorlieben des Users widerspiegeln. Sobald dieses Userprofil eine gewisse Aussagekraft hat, stellt Findheim eine teilanonymisierte Version davon für seine Kunden zur Verfügung. Decken sich die Wünsche eines Users mit den Charakteristika eines Objekts, kann der Bauträger proaktiv mit einem individuellen Angebot an den User herantreten.

Gleichzeitig profitieren Wohnungssuchende von den Secret Deals. Sie bekommen Zugang zu Objekten, die sie sonst nicht auf Plattformen finden würden. Oftmals handelt es sich dabei um neue und besonders attraktive Immobilien. Ob und wann ein User im Rahmen der Secret Deals angesprochen werden darf, bestimmt der User stets selbst.

Jürgen Leger fasst zusammen: „Durch die Secret Deals kommen Findheim-User schnell und unkompliziert auf die Vormerkliste der Verkäufer, sofern die Übereinstimmung von Suchwunsch und Wohnungsprofil gegeben ist.”

Über die Findheim GmbH:
Das Wiener PropTech-Unternehmen Findheim GmbH wurde im Juli 2018 als Tochter der XPERT IT-Investment Holding GmbH. gegründet und arbeitet seitdem mit Nachdruck an der Integration von Machine Learning in die Immobiliensuche. Findheim ist auf den Kaufimmobilienmarkt im Bereich Wien und Umgebung spezialisiert und legt ein besonderes Augenmerk auf die Neubauprojekte von Bauträgern aller Art.

Okt 042019
 

Die Europäische Kommission hat der in Österreich entstandenen, paneuropäischen Mobile-Payment-Lösung Bluecode im Rahmen des Förderprogramms „KMU-Instrument“ knapp zwei Millionen Euro an Fördergeldern zugesprochen. Mit dieser Unterstützung treibt das innovative Fintech-Unternehmen die europäische Expansion gemeinsam mit führenden Banken und Händlern weiter voran.

Mit dem Förderprogramm Horizon 2020 unterstützt die Europäische Kommission Forschung und Innovation. Wachstum und Internationalisierung von besonders innovativen KMU werden dabei in spezifischen Programmen wie dem KMU-Instrument gefördert. Um die Sicherheit sowie die Expansion von europäischen Schlüsseltechnologien voranzutreiben, erhält der österreichische Mobile-Payment-Marktführer Bluecode nun eine Förderung in Höhe von knapp zwei Millionen Euro in Phase zwei des hoch kompetitiven KMU-Instrumentes. Das Fintech-Unternehmen wurde dabei vom Enterprise Europe Network unterstützt. Entscheidend für die Zuteilung der Förderung waren laut EU-Kommission die Sicherheit der Zahlungslösung, der daraus resultierende Schutz der Konsumenten sowie der Verzicht auf jegliches Datensammeln.

Mobiles Bezahlen nach europäischen Regeln
„Wir freuen uns, dass die Europäische Kommission in Bluecode das Potenzial sieht, ein europaweites Mobile-Payment-System aufzubauen, und bedanken uns für das große Vertrauen. Mit der Förderzusage setzen wir die Vision unserer Bezahl- und Mehrwerttechnologie im Sinne der europäischen Kunden fort. Wir unterstützen mit unserer Lösung die strategische Zielsetzung der EU, volkswirtschaftlich relevante Systeme innereuropäisch zu betreiben und die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern zu verringern“, erklären Christian Pirkner, CEO der Blue Code International AG, und Michael Suitner, Erfinder der Bluecode-Bezahltechnologie sowie Gründer und CEO der Secure Payment Technologies GmbH.


Mobiles Bezahlen ohne Risiko
Die in Österreich entwickelte und patentierte Zahlungslösung Bluecode ermöglicht sicheres Bezahlen via iPhone und Android-Smartphone. Das Unternehmen hält keine sensiblen Kundendaten, weder der Name des Zahlers noch seine Kontonummer verlassen jemals das Rechenzentrum der teilnehmenden Banken. Bluecode unterscheidet sich damit von allen anderen Anbietern und verfügt über ein europaweites Alleinstellungsmerkmal in einem wichtigen Wachstumsmarkt. Denn allein in Österreich wollen laut aktueller PwC-Studie ‚Mobile Payment Report 2019‘ 64 Prozent der Befragten mobiles Bezahlen via Smartphone oder Tablet in den nächsten fünf Jahren nutzen. Beim Bezahlvorgang lässt der User einfach den angezeigten blauen Barcode an der Registrierkasse des Händlers scannen, der Einkaufsbetrag wird anschließend vom Girokonto der Hausbank des Kunden abgebucht. Auch die Mehrwert-Plattform von Bluecode funktioniert anonym. Kunden können bei teilnehmenden Händlern automatisch digitale Stempelpässe sammeln, ohne jemals ihre Identität preiszugeben.

Allianz der europäischen Payment-Anbieter wächst
Auch an der Erhöhung der Verfügbarkeit für Endkunden arbeitet Bluecode kontinuierlich weiter: Erst kürzlich haben sich Bluecode (Österreich, Deutschland) und die führenden mobilen Zahlungssysteme Twint (Schweiz), Swish (Schweden), Vipps (Norwegen), MobilePay (Finnland und Dänemark), Bancontact Payconiq (Belgien) und Sibs/MB Way (Portugal) zur European Mobile Payment Systems Association (EMPSA) mit Sitz in Zürich zusammengeschlossen. Das auch von der Europäischen Zentralbank vehement geforderte Ziel: die Schaffung eines einheitlichen, auf europäischen Standards basierenden und europaweit gültigen Systems für mobiles Bezahlen. Das europäische Netzwerk soll in den kommenden Monaten weiter wachsen. Christian Pirkner dazu: „Durch EMPSA werden wir die Interoperabilität der europäischen Zahlungssysteme herstellen und die Akzeptanz für mobiles Bezahlen in Europa deutlich erhöhen können. Die EU-Förderung hilft uns sehr, dieses Ziel möglichst rasch zu erreichen.“

Weitere Informationen unter:
https://ec.europa.eu/easme/en/eic-accelerator-sme-instrument
https://www.standort-tirol.at/kmu-instrument

Kostenloser Download der Bezahl-App Bluecode:
·Für iOS-Endgeräte (iPhone und Apple Watch): http://apple.co/2z33mN5
·Für Android-Smartphones: http://bit.ly/2AHFrPF

Über Bluecode
Bluecode ist die erste paneuropäische Mobile-Payment-Lösung, die bargeldloses Bezahlen per Android-Smartphone, iPhone und Apple Watch gemeinsam mit Value Added Services (digitale Mehrwertservices, Bluecode Rewards) in Apps – insbesondere von Banken und Händlern – ermöglicht. Im Sinne des europäischen Datenschutzrechts werden beim Bezahlvorgang keine persönlichen Daten auf dem Handy gespeichert oder übertragen. Das hochsichere, TAN-basierte Bezahlverfahren funktioniert mit jedem Girokonto und ist unabhängig von der Übertragungstechnologie (Barcode, QR-Code, Bluetooth, NFC) einsetzbar. Namhafte Banken aus Österreich und Deutschland (u.a. Sparkassen-Finanzgruppe, Raiffeisen Oberösterreich, Hypo Tirol Bank), Acquirer (u.a. BS Payone, First Cash Solution/Volksbank in der Ortenau), internationale Bankensoftwareanbieter (u.a. Temenos Group AG/Schweiz) und Payment-Plattformen (Alipay/China) sowie führende Händler (u.a. Galeria Kaufhof-Gruppe, Globus-Gruppe, Konsum, Rewe-Töchter Billa, Merkur und Bipa, Spar Österreich-Gruppe) unterstützen den europaweiten Rollout und die Integration in Registrierkassen, Automaten, Banking-, Retail- und Kundenkarten-Apps (u.a. mobile-pocket). Bluecode deckt österreichweit bereits mehr als 85% des Lebensmitteleinzelhandels und viele weitere Akzeptanzstellen (Handel & E-Commerce, Gastronomie, Mobilität, Entertainment, Sportstadien) ab. Die Blue Code International AG und die Secure Payment Technologies GmbH sind Unternehmen der BC Capital AG.

Okt 022019
 

Auszeichnung für Satellitenkryptografie-Projekt der FH St. Pölten
Beim diesjährigen Innovationspreis NÖ gewann die FH St. Pölten den ersten Preis in der Kategorie Forschung mit einem Projekt zum sicheren Informationsaustausch mittels Satellitenkryptografie. Die Innovationspreise wurden gestern bei einer Gala in der Burg Perchtoldsdorf verliehen.

Digitalisierung und Globalisierung benötigen sichere Kommunikation und sichere, verschlüsselte Daten. Bisherige Verfahren der Kryptografie verschlüsseln Daten mit mathematischen Methoden, die für AngreiferInnen schwer zu knacken sind. Doch mit immer leistungsfähigeren Rechnern könnten die Methoden durchschaubar werden.

„Insbesondere wenn einmal leistungsfähige Quantencomputer existieren, werden die bestehenden Methoden zu unsicher. Daher versucht man schon seit Jahrzehnten physikalische Methoden zur Schlüsselerzeugung zu finden. Begonnen haben diese Methoden mit der Quantenkryptografie, die mit verschränkten Teilchen hochsicher umsetzbar ist. Doch diese Lösung ist sehr teuer und weltweit massentauglich nicht einsetzbar“, erklärt FH-Dozent und IT-Sicherheitsforscher Ernst Piller.

Piller entwickelt am Institut für IT Sicherheitsforschung der FH St. Pölten mit Kolleginnen und Kollegen physikalische Methoden zum Verschlüsseln von Daten. Eines dieser Verfahren hat nun den Innovationspreis NÖ in der Kategorie Forschungseinrichtungen gewonnen.


Funksignale und Satellitenkommunikation
Neben der aufwendigen Methode der Quantenkryptografie arbeiten weltweit WissenschaftlerInnen an kostengünstigen Verfahren, die Funkkanaleigenschaften zur Erzeugung und Verteilung von Schlüsseln nutzen – auch an der FH St. Pölten. Doch diese Verfahren sind bis heute nur für kurze Entfernungen (bis ca. 20 km) geeignet. Seit eineinhalb Jahren forschen Piller und sein Projektteam im Rahmen des Forschungsprojektes „KIF – Hochsichere, langzeitige Kryptografie für kabellose Kommunikation mit Integration von Funkmessdaten“ daran, diese Lösung auch auf große Entfernungen und für Kommunikation rund um den Globus auszudehnen.

Für ihren Ansatz nutzen sie Satellitenkommunikation ohne Beachtung der Daten. „Daher haben wir diese Art der Kryptografie Satellitenkryptografie genannt. Im Gegensatz zur Quantenkryptografie ist diese Lösung durch die geringen Kosten der Satellitenkommunikation massentauglich einsetzbar“, erklärt Piller.

An zwei Stellen (jeweils Sender und Empfänger), werden die Phasenwinkel von Signalen gemessen. Durch die schnelle Bewegung der Satelliten und Umwelteinflüsse (vor allem Signal-Brechungen) sind die Messwerte zufällig und nur an den beiden Stellen gleich. Daraus lassen sich Zufallsdaten erzeugen, die in Verbindung mit mathematischen Verfahren zum Generieren des Schlüssels verwendet werden und die von potentiellen Angreiferinnen und Angreifern nicht abgehört werden können.

Patente, Anerkennung für Projekte und Impulsvortrag zu Blockchain
Piller und sein Team haben drei Patente zur neuen Technik angemeldet. „Das ermöglicht eine längere Technologieführerschaft und die Forschungsergebnisse stärken die Forschungsstandorte NÖ und St. Pölten, die damit in den Forschungsbereichen Kryptografie und Weltraumanwendungen international deutlich sichtbarer werden“, sagt Piller.

Weitere Projekte der FH St. Pölten erhielten Anerkennungsurkunden beim Innovationspreis NÖ 2019: die Projekte SoniTalk, IntelliGait und DALICC (Data Licenses Clearance Center). SoniTalk ermöglicht Datenaustausch über Ultraschallsignale zwischen Mikrofon und Lautsprecher von Smartphones. Es schafft damit einen völlig neuen Kommunikationskanal für location-based Services und schützt durch seine innovative Architektur die Privatsphäre der NutzerInnen. IntelliGait erforscht und entwirft Methoden zur Visualisierung und Analyse von klinischen Gangmessdaten. DALICC entwickelt LegalTech-Software für Unternehmen zur digitalen Rechteklärung externer Datenquellen.

„Die Auszeichnung für eines unserer Projekte und die Anerkennung dreier verdeutlichen den hohen Stellenwert der FH St. Pölten als wesentlichen Standort für Forschung und Wissenschaft, den wir uns auch mit zahlreichen Beiträgen zur Steigerung der Innovationskraft unseres Landes erarbeitet haben. Die Auszeichnungen bestärken und motivieren uns noch mehr, mit hoher Fachkompetenz und in enger Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen an Lösungen für aktuelle Herausforderungen unserer Gesellschaft zu arbeiten und neue Ansätze für Wirtschaft und Industrie zu entwickeln“, sagt Hannes Raffaseder, Chief Research and Innovation Officer der FH St. Pölten.

Franz Fidler, stellvertretender Leiter des Departments Medien und Digitale Technologien, hielt im Rahmen der Gala einen Impulsvortrag zum Thema Blockchain Basics und Thomas Moser, Leiter der Forschungsgruppe Digital Technologies, einen zum Thema Mixed Reality.


Gruppenbild – Veranstaltungsfotos, Credit: Andreas Kraus

Der Sonderpreis Künstliche Intelligenz ging an die Firma MBIT Solutions GMBH. Bei ihr arbeitet Thomas Ederer, Absolvent des Studiengangs Digitale Medientechnologien der FH St. Pölten.

Projekt KIF – Hochsichere, langzeitige Kryptografie für kabellose Kommunikation mit Integration von Funkmessdaten

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Rahmen des österreichischen Förderprogramms für die Sicherheitsforschung KIRAS finanziert. PartnerInnen im Projekt sind die Cryptas it-Security GmbH, das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA), ASFINAG und Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS).

Das Projekt zur Satellitenkryptografie gewann heuer im Sommer bereits den ersten Preis in der Kategorie „geniale Forschung“ beim niederösterreichischen riz up GENIUS.
https://research.fhstp.ac.at/projekte/kif-kryptografie-fuer-kabellose-kommunikation

Innovationspreis NÖ
Der NÖ Innovationspreis wird von den Technologie- und InnovationsPartnern, dem gemeinsamen Innovationsservice des Landes und der Wirtschaftskammer NÖ, abgewickelt und findet mit Unterstützung der EVN und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien statt.

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