Florian Lederer und Paul Stichaller besitzen vor allem eines: Erfindergeist.
Paul Stichaller hat beispielsweise als 19-jähriger bereits eine automatische Türöffnungsanlage für die Hühner am eigenen Hof entwickelt. Die Hühner freuts – können sie so doch entscheiden, wie lange sie im Freien verbleiben wollen. Fast  zumindest, denn um 22 Uhr ist Bettruhe. Im Rahmen des Wettbewerbs jugend innovativ hat das Duo jedoch in einem ganz anderen Bereich überzeugt.

I CHARGE U
Elektro-Autos – das Absatzvolumen von E-Tankstellen steigt beständig. Immer mehr Menschen steigen auf den umweltfreundlichen Kraftwagen um. Doch perfektioniert sind die Energieladestationen noch nicht. Genau dort setzt das System “I CHARGE U” von Lederer und Stichaller an und besitzt dabei hohes Potential.

Paul Stichaller und Florian Lederer - zwei mit Innovationsgeist. Quelle: www.kleinezeitung.at

In Kooperation mit der Firma Schrack haben die beiden eine Elektrotankstelle entwickelt, die sowohl die Energie- und Kundendaten erfasst als auch die bezogene Energie verrechnet und weiterverarbeitet. Für Kunden bedeutet dies vor allem einen Komfortgewinn. I CHARGE U identifiziert den Kunden mittels RFID-Karte oder Smartphone-App. In Folge wird der Tankvorgang freigegeben. Was Kunden besonders entgegenkommt ist der Zeitgewinn, da nicht an Ort und Stelle bezahlt wird. Stattdessen erhalten Kunden automatisch per Monatsende die Rechnung mit genauer Aufstellung konsumierter Energie und Kosten. Die Tankstellen-Cloud managt dabei die Verbindung zwischen den einzelnen Elektro-Tankstellen, zeichnet Betriebszustände der Fahrzeuge auf, speichert Energiedaten und wertet diese aus. Zusätzliche Funktionen sind etwa in SMS-Benachrichtigungen gegeben.

Neben dem 1. Preis in der Kategorie Sonderpreis Sustainability und dem Reisepreis zur International Sustainable World Project Olympiad 2016 (ISWEEEP) in Houston sind die beiden Erfinder mit einigen Sponsoren in Gespräch, da “I CHARGE U” eine intelligente Lösung für Energieversorger bzw. auch öffentliche Einrichtungen darstellt.

 

Im Rahmen des Schülerwettbewerbes “jugend innovativ” werden Jahr für Jahr junge Forscher und Forscherinnen für ihren Einfallsreichtum und ihre innovativen Ansätze in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Dabei qualifizieren sich Siegerteams sogar für die Teilnahme an internationalen Wettbewerben. Heute möchten wir Ihnen das Gewinnerprojekt der Kategorie “Young Entrepreuners” vorstellen.

Feedit
Die Zahl der Rebhühner ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Den Vögeln, die in den Äckern und Feldern Europas und Asiens leben, galt auch das Interesse des 11-köpfigen Schülerteams der HTL Waidhofen an der Ybbs. Sie haben ein spezielles Fütterungssystem entwickelt, das insbesondere den Witterungsverhältnissen trotzen sollte. Feuchtigkeit und Schimmel galt es abzuwehren. Zusätzlich wurde die Vorrichtung in attraktivem Gelb gestaltet, das Insekten anlockt, die den Rebhuhn-Küken wohl schmecken. Aus diesem Konzept wurde der Futterspender Feedit geboren. Mit Mais und anderen Leckereien gefüllt, finden Rebhühner genug zu fressen.

Feedit in Aktion. Quelle: feedit.bplaced.net

Das Interesse ist groß
Mittlerweile sind die derzeitigen Feedit-Bestände beinahe ausverkauft. Jägerinnen und Landwirte haben bereits um die 350 Stück gekauft, sodass nun die Produktion angekurbelt wird. Hoffen wir, dass Feedit zum Bestehen der Rebhühner erfolgreich beiträgt. Die Nachfrage ist stark – hier kommen Sie übrigens zur Feedit-Hompeage. Bald heißt es für das Feedit-Team allerdings auf zur Nürnberger Erfindermesse IENA. Wir wünschen viel Erfolg!

 

Quelle: www.phono-music.com

Sie haben Ihre Lieblingsplaylists und verstehen vielleicht den Musikgeschmack so mancher Freunde auf Partys nicht, wenn dort Zusammenstellungen laufen, die einer Mutprobe gleichen? Meist ist es wohl nicht so schlimm, doch wenn die eigene Playlist läuft, wird es wohl oder übel so sein, dass andere teilweise nicht unbedingt auf Ihrer Wellenlänge sind. Was wäre aber, wenn man Playlists verschiedener Personen zusammenbringen könnte?

Phono
Die App Phono ermöglicht die Kombination von Playlists verschiedener Smartphones, sodass sozusagen eine demokratische Auswahl abgespielt wird. Derart wird eine gemeinsame Musikauswahl bei synchronem Abspielen geschaffen. Mit der Entwicklung dieser App konnte das Team Phono beim Jugend Innovativ Wettbewerb den Sieg erringen.

Ob im privaten Rahmen oder für Unternehmen – die automatische Erstellung einer gemeinsamen Playlist spricht jedermann an. Am Smartphone selbst muss die App nur laufen. Die Smartphones verbinden sich über WLAN und tauschen jeweilige Songinformationen aus. Noch befindet sich die App in der Betaversion, doch die Finalisierung der App steht knapp bevor.
Phono – bald keine Zukunftsmusik mehr.

 

Dachschindeln aus Holz – ein Ausdruck von Tradition, aber auch eine schöne Option für ein ansehnliches Dach. Wenig überraschend also, dass in den letzten Jahren vermehrtes Interesse an Holzschindeln besteht. Um jedoch schnell zu gewünschten Mengen zu gelangen, wird bei der Herstellung oft auf das Putzen per Hand verzichtet. Hobelmaschinen sollen die Oberflächenbearbeitung effektiver erledigen.

v.l.n.r.: Lukas Tatzreiter und Lukas Six. Quelle:www.jugendinnovativ.at

Effizienz mit einem Pferdefuß
Das Problem bei Hobelmaschinen besteht leider darin, dass sie den natürlichen Faserverlauf des Holzes verletzen. In Folge gestalten sich derart gewonnene Holzschindeln als weniger witterungsbeständig. Die Lebensdauer verkürzt sich um etwa die Hälfte!

Lukas Tatzreiter und Lukas Six, zwei Schüler der HTBLuVA Waidhofen, haben sich Gedanken zu dieser Problematik gemacht. Ihnen schwebte eine Maschine vor, welche Holzschindeln wie von Hand bearbeitet.

Die beiden Schüler haben viel Zeit in die Entwicklung einer automatischen Holzschindelbearbeitungsmaschine investiert. So viel sei vorab verraten: es hat sich gelohnt, konnten sie doch beim Jugend Innovativ Wettbewerb den Anerkennungspreis der Kategorie Engineering erringen. In einem ersten Maschinenentwurf spaltete ein fixiertes Messer die per Motor vorangeschobenen Schindeln, die in Folge durch das Messer in Faserverlauf gespalten wurden. So viel zu einem ersten Prototypen. Inzwischen sind viele Feinheiten in intensiver Arbeit verbessert worden. Wir gratulieren den beiden Schülern zu ihrem ambitionierten Projekt!

 

Täglich werden in Deutschland etwa 1000 neue Fälle von Diabetes diagnostiziert. Eine Krankheit mit schwerwiegenden Auswirkungen die von Nierenversagen bis zu Amputationen führen kann. Zunächst gilt es jedoch die eigene Ernährung umzustellen und sich mit dem Leben mit Zucker abzufinden.

Endlich eine einfache Übersicht! Quelle: http://www.diappetes.com/

Welche Lebensmittel enthalten … ?
Das genaue Achten auf die Menge an zugeführten Kohlenhydraten bleibt unausweichlich. Diabetiker sollten genau berechnen, wie viel Kohlenhydrate zugeführt werden. Meist hilft hier ein Ernährungsbuch um Schritt zu halten. Die fehlende Menge an Insulin gilt es zu spritzen. Dass diese Prozedur aufwendig ist und sorgfältig verfolgt werden sollte, liegt auf der Hand. Oftmals wird der Zuckergehalt allerdings nur geschätzt, was im schlimmsten Fall bedenkliche Auswirkungen haben kann.

Die App diAPPetes soll das Leben von DiabetikerInnen nun erleichtern. Mehr als 230.000 verschiedene Lebensmittel sind in der Datenbank der App mit ihren Zuckerwerten angelegt. Außerdem steht es jedem frei die Liste mit dem eigenen Lieblingsessen ständig zu erweitern. Mit dem Smartphone ist einfach der Strichcode zu scannen oder aber der Produktname einzugeben – diAPPetes spuckt die entsprechenden Werte aus, wobei natürlich noch die zu sich genommene Menge eingegeben werden muss. Da der User die persönlichen Gesundheitsdaten bereits eingegeben hat, errechnen sich die wichtigen Zahlen praktisch wie von selbst. Auf diese Weise erstellt sich das Blutzuckertagebuch ebenso spielerisch. Betreuungspersonen können automatisch per SMS zum Beispiel darüber informiert werden, dass wieder eine Messung ansteht.

Die Entwickler René Dammerer, Patrick Pirringer und Lukas Tiefenböck lernen Netzwerktechnik an der IT-HTL Ybbs. Ihr Projektbetreuer brachte sie durch eine leidgeplagte Diabetikerin aus dem Bekanntenkreis auf das Diplomarbeitsprojekt, das den jungen Entwicklern nicht nur Spaß sondern auch den 3. Platz in der Kategorie Sonderpreis idea.goes.app des Jugend Innovativ Bewerbs brachte.. Im Google Play Store steht diAPPetes bereits zum Download bereit.

 

Woche für Woche werden in Stadt und Gemeinde die Mülltonnen entleert. Während an manchen Strecken die Tonnen beinahe zum Bersten voll sind, kann es durchaus sein, dass in manchen Orten diverse Straßen nur halbleere Tonnen vor die Tür stellen. Was an und für sich gut ist – Müll soll in erster Linie bereits beim Einkauf vermieden werden – bedeutet jedoch oft unnötige Kilometer für Müllunternehmen selbst. Vielfach lohnt sich das Abfahren gewisser Routen nicht, wenn nur halbvolle Tonnen vorzufinden sind. Diesem Gedanken Folge leistend entwickelte die 4. Klasse der BHAK Freistadt ihren eigenen Lösungsansatz, den sie im Unternehmen DUSTI GmbH umzusetzen versucht.

Quelle: www.jugendinnovativ.at

DUSTI stellt eine intelligente Mülltonne dar, welche über Sensoren ihre eigene Füll- und Müllmenge erkennt. Wird eine vordefinierte Schwelle erreicht, aktiviert sich das GSM-Modul und sendet eine SMS an die Müllentsorgungsfirma. DUSTI gibt also Bescheid, wann sich die Fahrt lohnt. Ergänzend zum intelligenten Müllschlucker hat die Klasse jedoch ebenso auf das System RouteXL zurückgegriffen, mit welchem eine optimierte Routenplanung problemlos durchzuführen ist. Im Zusammenspiel mit den intelligenten Mülltonnen kann so die Umwelt geschont und die Effizienz der Müllentsorgung gesteigert werden.

Im Rahmen des Jugend Innovativ Bewerbs konnte sich die 4. Klasse der BHAK Freistadt behaupten und durfte sich über den Anerkennungspreis in der Kategorie Young Entrepreneurs und einem Preisgeld von €500 freuen. Wir gratulieren!

 

Jedes Jahr gehen aus dem Bewerb “Jugend Innovativ” etliche interessante und erfolgreiche Projekte hervor. Von ART, dem Anastomose Robot Tool, welches auch international Erfolge feiern konnte wie etwa dem Autotür-Guard oder der sinnvollen App FoodStock, die durch Lebensmitteltausch unnötiges Wegwerfen und damit Verschwendung vermeidet.

Quelle: www.jugendinnovativ.at

Dieser Tage startet bereits die Einreichphase für die nächste Runde. Bis zum 20. Dezember 2013 haben kreative Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren die Möglichkeit mit ihren innovativen Ideen zu überzeugen.
Dabei stehen folgende Kategorien zur Auswahl: Young Entrepreneurs / Design / Engineering / Science
Diese werden durch die Sonderkategorien tech&society (Saturn), Sustainability (Raiffeisen Klimaschutz Initiative) und idea.goes.app (T-Systems Austria) ergänzt.

Bereits zum 27. Mal ruft Jugend Innovativ auf Ideen zu verwirklichen. Dieses Jahr mit dem Motto “Lass deine Ideen sprießen!”, denn kreative Keimlinge stecken in uns allen. Teilnehmende Projekte können übrigens mit bis zu 500 Euro gefördert werden. Im Mai findet, wie jedes Jahr, der Höhepunkt mit dem Bundes-Finale statt.
Ausführliche Informationen zum Bewerb sind praktischerweise in einem Info-Heft zusammengestellt.
Wir freuen uns bereits auf die spannenden Projekte im Rahmen des größten österreichischen Schulwettbewerbs!

 

Wieder einmal sorgte ein ausgezeichnetes Projekt, das im Rahmen von Jugend Innovativ bereits Aufsehen erregte, für weitere erfolgreiche Schlagzeilen in einem internationalen Bewerb. Die Sprache ist einerseits vom Anastomose Robot Tool (ART) und andererseits vom European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) in Prag. EUCYS will den Austausch junger innovativer Projekte sowie deren Förderung unterstützen und versteht sich damit nicht nur als internationaler Wettbewerb sondern auch als Plattform zukünftiger Kooperationen. Dieses Jahr fand der Bewerb bereits zum 25. Mal statt, wobei sich das österreichische Projekte “Anastomose Robot Tool – ART” über den zweiten Platz in der Kategorie “Engineering” freuen durfte.

vlnr: Thomas Stenlechner, Yuki Trippel, Dominik Kovács. ©aws, Wolfgang Voglhuber

Thomas Steinlechner, Dominik Kovacs und Yuki Trippel sind die Köpfe hinter diesem exzellenten Projekt, das durch den Darmchirurg Dr. Enserer angeregt worden ist. Allgemein geht es um den schwierigen Operationsverlauf, der bei notwendigen Darmentfernungen, die bei fortgeschrittenem Darmkrebs oft anfallen, besteht. Der gängige Ablauf besteht zunächst in der Entnahme des Darmstücks. Im Anschluss wird ein Gerät namens Circular Stapler rektal eingeführt. Dann werden mittels einer Klammernaht die durchtrennten Darmenden verbunden. Klare Nachteile bestehen jedoch zum einen in der maximalen Reichweite von 30 cm wie zum andern in der notwendigen großen Erfahrung des Operateurs im Umgang mit der Vorrichtung, da weder eine optische noch taktile Kontrolle möglich ist. Eingriffe außerhalb der Reichweite müssen über die Bauchdecke erfolgen, was schmerzhafte und narbenreiche Operationen wie auch lange Rekonvaleszenzzeiten bedeutet.

Das Anastomose Robot Tool ist im Gegensatz zum Circular Stapler um einiges kleiner, kann jedoch gleich minimal invasiv eingesetzt werden. Taster und Servomotoren ermöglichen darüber hinaus eine viel einfachere und sicherere Bedienung. Ein weiteres großes Plus von ART besteht jedoch in einer etwa drei Mal so großen Reichweite und der Anzeige notwendiger Arbeitsschritte auf LED- und LC-Display.

 

Jetzt schnell aus dem Auto, um noch vor Ladenschluss die Besorgungen zu erledigen, dann … uh, das war wohl doch knapper als gedacht. Zum Glück konnte ich die Autotür gerade noch rechtzeitig abfangen, bevor sie auf das andere Auto geknallt wäre. Im Grunde interessant. Inzwischen sind Autos immer mehr mit Elektronik bzw. Assistenzsystemen gespickt, aber eine Warnung, wenn eine Wand oder ein anderes Fahrzeug zu nah für ein vollständiges Öffnen der Tür am Auto ist, fehlt bislang. So kann im Handumdrehen und damit leider viel zu schnell die Autotür Beulen oder andere Schäden davontragen – ganz zu schweigen vom anderen Fahrzeug, das durch die eigene Unaufmerksamkeit ebenso in Mitleidenschaft gezogen wird.

Lukas Picker und Gunther Glehr (v.l.n.r.), Copyright: aws, Wolfgang Voglhuber

Wie gut, dass die Problematik Lukas Picker durch seine Großmutter bekannt war und damit die notwendige Inspiration für das Maturaprojekt an der HTL Braunau gegeben. Gemeinsam mit seinem Schulkollegen Gunther Glehr entwickelte er eine intelligente Notbremse für Autotüren. Collision Avoiding Car Door arbeitet mit zwei Ultraschallsensoren, die an Tür und Spiegel angebracht sind und die Distanz zum nächsten “Hindernis” feststellen. Ist dies der Fall ertönt zum einen ein Warnton, zum andern – und noch wichtiger – aktiviert sich eine Blockiervorrichtung, die das Scharnier fixiert.

Picker und Glehr waren im Rahmen der Entwicklung stets darauf bedacht die Vorrichtung kostengünstig und möglichst leicht zu gestalten. Darüber hinaus musste die Türstoppvorrichtung im Falle eines Notfalls ebenso einfach zu deaktivieren sein. Die intensive Arbeit hat sich für die beiden jungen Entwickler gelohnt, konnten Sie doch den Anerkennungspreis der Kategorie Engineering im Rahmen von Jugend Innovativ gewinnen und den Reisepreis zur Nürnberger Erfindermesse 2013 – IENA abstauben.

 

Der Gang zum Zahnarzt.
Für viele reicht das schon aus, um für kleine Schweißausbrüche oder zumindest ein mulmiges Gefühl zu sorgen. Andere sehen dem Ganzen um einiges gelassener entgegen. Zugegeben, es existieren genug notwendige Behandlungen, die etwas mehr als unangenehm sind… Doch, wenn alles wieder in Ordnung gebracht worden ist, ist das Bissgefühl um so besser!
Bissgefühl – das Stichwort, welches uns zu einer ganz interessanten Erfindung bringt, die im Rahmen des Bewerbs Jugend Innovativ 2013 den Anerkennungspreis in der Kategorie Engineering gewonnen hat. Wird ein Zahnersatz bzw. Brücke oder auch Krone benötigt, nimmt der Zahnarzt zunächst einen Abdruck, der wiederum an den Zahntechniker geht. Dieser macht sich nun an das Formen des spezifischen Zahnstückes. So weit, so gut. Aber wie wird festgestellt, ob der Zahn beim Patienten selbst wirklich passgenau sitzt?

Magdalena Gebhart, Philipp Harrer, Claudia Rauber (v.l.n.r.) © aws, Wolfgang Voglhuber; Quelle: jugendinnovativ.at

Zu diesem Zweck findet der Artikulator Einsatz, der dazu dient Kiefergelenksbewegungen zu simulieren. Konkret werden bei diesem Gipsmodelle die Zahnbögen des Ober- und Unterkiefers montiert. Der Zahntechniker setzt schließlich den geformten Zahnersatz ein und bewegt die Vorrichtung per Hand.

Der Anstoß zur Weiterentwicklung des Artikulators gab die Firma Aktivident, welche dem Fachlehrer Werner Konstanzer die Anfrage für die Entwicklung eines neuen Artikulators zugetragen hat. Konstanzer entwickelte in Folge mit drei SchülerInnen der HTBLuVA Mödling die “elektronisch gesteuerte Unterkieferbewegung am Artikulator im Dentalbereich”. Wo derzeit der Zahntechniker den Artikulator bewegt, geht die Erfindung einen Schritt weiter.

Am neuartigen Artikulator sind nämlich beidseitig Kleinstmotoren angebracht, die zur Simulation der natürlichen Kaubewegung dienen (von einfachen Einzelbewegungen bis(s) zum angestrengten Kauen). In der Entwicklungsphase selbst konnten durch die Firma Aktivident Projektfortschritte zeitnah verifiziert werden, sodass ein Entwickeln an der Praxis vorbei ausgeschlossen werden konnte. Indem die Kausimulation nun sozusagen automatisch erfolgt, hat der Zahntechniker die Hände frei um beispielsweise problemlos mit der Okklusionsfolie (diese zeigt den Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer an – die Kaufläche) zu hantieren. Mit dem motorisch betriebenen Artikulator lässt sich das Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkiefer einfacher als bisher feststellen, sodass der gewünschte Kaukomfort leichter erzielt werden kann.

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