Innovation Award der FH Wels 2011; Quelle: OÖ/Stinglmayer

Das Studium fördert anscheinend nicht nur den Wissensstand, sondern auch die Kreativität und die innnovativen Möglichkeiten. Vor allem, wenn man sich im Rahmen einer Abschlussarbeit austoben kann. Das hat auch der Förderverein der FH Wels erkannt – und bereits zum achten Mal den Innovation Award verliehen. Auch diesmal wieder für Diplomarbeiten, die konkrete industrielle Problemstellungen mit besonders innovativen Ideen lösen. Die hochdotierten Arbeiten werden übrigens vom Förderverein selbst gesponsert. Eingereicht wurden Beiträge in den Kategorien  Technik, Wirtschaft & Innovation und Umwelt & Naturwissenschaften, von denen jeweils die besten drei prämiert wurden. Die feierliche Preisverleihung fand auch in diesem Jahr wieder im Minoritenkloster Wels statt.

In der Kategorie Technik hat sich Robert Presl mit automatisierten Messsystemen für faseroptische Dehnungssensoren beschäftigt. Dehnungssensoren werden in vielen technischen Bauteilen (zB in Flugzeugbauteilen, im Schienenverkehr, bei Windkraftanlagen), aber auch in Bauwerken (zB in erdbebengefährdeten Gebieten) zur Überwachung eingesetzt. Herkömmliche Sensoren stoßen dabei an ihre Grenzen. Trotzdem ist der lösungorientierte Einsatz der optischen Fasertechnik, wie bei Presl, noch relativ neu und unerforscht. „In meiner Diplomarbeit habe ich ein automatisiertes Messsystem entwickelt, mit dem sowohl einige der charakteristischen Eigenschaften auf effiziente Art ermittelt und überprüft, aber auch die verschiedenen Effekte faseroptischer Sensoren mit hoher Genauigkeit untersucht werden können“, erklärt der 33-jährige Grazer.

In der Kategorie Wirschaft & Innovation dagegen, geht es bei der Diplomarbeit von Christiane Lassnig, um die Energierückgewinnung für die Stahlindustrie. In der Stahlindustrie wird in einem Elektrolichtbogenofen Schrott zur Verwendung als Stahl-Neuprodukt eingeschmolzen. Während dieses Prozesses fällt heißes Abgas an, das anschließend gekühlt wird. Die dabei gewonnene Energie wird ungenutzt an die Umwelt abgegeben. Christiane Lassnig hat in ihrer Diplomarbeit eine umfassende Ist-Analyse der Abgaskühlung im Elektrolichtbogenofen erstellt und Lösungsmöglichkeiten für die Energienutzung und –speicherung erarbeitet. „In einer Technologiestudie habe ich technische Konzepte für die Energierückgewinnung aus dem Abgas untersucht. Mögliche Lösungen wurden unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten evaluiert. Die Energierückgewinnung mittels Dampfkühlung hat sich als die beste Lösung herausgestellt“, erklärt die 26-jährige Linzerin. Ergebnisse aus dieser Studie werden bereits von der Firma Siemens VAI in der Praxis verwendet.

Die Kategorie Umwelt & Naturwissenschaften beschäftigt sich diesmal mit Biotechnologie. Wasserstoff wird oft als „Energieträger der Zukunft“ bezeichnet, der keinerlei schädliche Emissionen, insbesondere kein Kohlendioxid, verursacht. Die Wasserstoffproduktion ist jedoch sehr energieintensiv. Silvia Nöbauer hat in ihrer Diplomarbeit im Rahmen des internationalen Projektes „Hyvolution“ an der Optimierung einer biotechnologischen Wasserstoffproduktion geforscht. „Die biologische Wasserstoffproduktion ist ein relativ anfälliger Prozess, der im Labor nicht einfach, im Technikumsmaßstab noch viel schwieriger durchzuführen ist. In meiner Diplomarbeit habe ich ein konventionelles und ein neu entwickeltes Hochleistungsbioreaktorsystem zur Wasserstoffproduktion mittels Dunkelfermentation verglichen. Bisher wurden Tropfkörperfermenter zur Wasserstoffproduktion verwendet. Wir haben nun ein neuartiges kombiniertes Tropfkörper/Fließbettsystem entwickelt, getestet und automatisiert“, erklärt die 25-jährige Holzhausnerin.

In Fachhochschulen werden schon seit Jahren hochspezialisierte Fachkräfte ausgebildet, die häufig eine Menge Innovationspotenzial für Wirtschaft und Industrie darstellen. Gut, wenn die eigene Ausbildungsstätte das dann auch erkennt und im Rahmen von Preisen oder Wettbewerben, die Kreativität der Studierenden fördert!


 

Modell: Happy Kid

“Ob der Philipp heute still,
wohl bei Tische sitzen will?
Der Philipp hörte nicht,
was zu ihm der Vater spricht.
Die Mutter blicket nur stumm,
auf dem ganzen Tisch herum.”

Was dann passiert wissen wir alle. Der Zappel-Philipp fällt mit dem Sessel nach hinten und räumt gleichzeitig den ganzen Tisch dabei ab.

Einerseits waren die Eltern damals böse, weil sie nichts mehr zu essen hatten. Doch andererseits kann man auch froh sein, dass er sich dabei nicht weh getan hat. Wie viele Kopfverletzungen sind schon passiert, weil die Kinder mit dem Sessel umgefallen sind und sich dabei den Kopf gestoßen haben?

Mit der neuen Tisch-Bank Kombination von Herrn Karl Hufnagl, können solche Unfälle nicht mehr passieren.

Modell: smart-kid

Circa vor 30 Jahren wurde das erste Modell für die Neffen und Nichten selbst gebaut. Da viele aus dem Bekanntenkreis auch so eine Tischbank wollten, wurde entschlossen die Idee der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Traditionelle Tischlereien hatten er bald gefunden und so stand der Herstellung nichts mehr im Wege.

Wie der Name schon sagt besteht die Erfindung aus einem Tisch und einer Bank die miteinander verbunden sind. Das besondere ist, dass auf Metallschrauben und Nägel gänzlich verzichtet wurde und so wird auch der Zusammenbau ohne Werkzeug möglich. Viele Tests mit Müttern, Vätern, Großmüttern und Großvätern haben das System bestätigt. Auch auf die Symbiose zwischen Ökologie und Ökonomie und natürlich auf die Sicherheit für die Kinder, wurde ein großes Augenmerk gelegt.

Es gibt von der Kombination bereits drei Modelle, die für Kinder von 1-5 Jahren geeignet sind. Sie sind alle europaweit mit einem Gebrauchsmuster geschützt und die Unterschiede sind nur kleine Details. Die erste Version heißt “Happy Kid“. Sie wurde aus Fichtenholz hergestellt und das Design ist eher eckig. Die Tischplatte wurde beschichtet und an drei Seiten mit einer erhöhten Leiste eingefasst. Diese soll das Runterfallen von Spielsachen verhindern.

Modell: colour-kid

Bei der zweiten Variante (smart-kid) wurden Mehrschicht-Multiplexplatten, farblos verwendet und die Form ist eher abgerundet. Bei der Dritten und Letzten Version (colour-kid) wurde tief in den Fabrtopf gegriffen. Tisch und Lehne wurden in Rot, Sitzbank und Fußstütze in Gelb und das Gerüst selbst in Grün lackiert.

Herr Hufnagl Karl ist ein wahres Erfindergenie. Nicht nur die Tisch-Bank Kombination konnte er auf den Markt bringen. Auch diverse andere Ideen wurden verwirklicht und können jetzt einen Konsumenten das Leben etwas erleichtern.

 

Quelle: www.snowbike.info

Leider ist der Winter wieder zurück gekehrt und es herrschen die gleichen Schneeverhältnisse wie zuvor. Manche buchen doch noch einen Skiurlaub in den Semesterferien und andere haben einfach die Nase voll vom Snowboarden und Skifahren und entscheiden sich für eine Rodeltour oder Snowtubing. Doch in den letzten Monaten gab es diverse Unfälle und viele Leute trauen sich nicht mehr zu rodeln.

Wer also ohne Snowboard oder Skier die Piste runter will, kann jetzt mit dem Snowbike die Piste runter carven. Der Erfinder Bernd Brenter aus Oberndorf ist leidenschaftlicher Biker und mit seiner Idee macht er es möglich, 365 Tage im Jahr mit dem Bike draußen in der Natur zu sein.

Mit nur 7 Kilogramm ist das Snowbike auch für Nichtkönner leicht zu Händeln und bereits nach ein paar Schwüngen beginnt die Sache Spaß zu machen.

Die tiefe Schwerpunktlage und sechs Auflagepunkte machen das Sportgerät extrem stabil und sicher. Ob Carven, Cruisen, Rebound oder Driften – Snowbiken sorgt für Abwechslung und Action.

Hier eine kleine Einführung!

Es gibt bereits mehrere Versionen des Snowbike. Das eine ist besser für Profis (“Downhill”) geeignet und ein anderes beispielsweise das “Allmountain” passt besser für einen Tourengeher. Da es sich bei dem Snowbike um ein eher kostspieliges Lifestyle-Gerät handelt kostet das klassische Modell 995,- €. Außerdem gibt es ein Junior und eine Kids Version. Diese zeichnen sich durch das ultra leichte Alu aus und sind bereits ab 500,- € erhältlich.

Damit einem nicht kalt wird bei der rasanten Fahrt nach unten, gibt es auch schon eine Snowbike Fashion. Hier baut man auf das 4 Schichten System. Begonnen wird mit dem Bodywarmer. Dann folgt der Rollkragenpullover und die Softshelljacke. Als überdrüber gibt es dann noch die  Schneejacke. Welche mit reflektierenden Logos, einer Key-Card-Schultertasche und einer extra Innentasche für Handy oder MP3-Player ausgestattet ist.

Die US-Firma Hammacher Schlemmer (Versandunternehmen) nahm das Snowbike auf den Titel ihres Luxuskatalogs. Es wirbt damit, nur das Beste, das Einzigartige und das Unerwartete zu verkaufen. Der Katalog wird in Kürze an sieben Millionen amerikanische Haushalte ausgeliefert. Herr Brenter hofft, dass dieser Auftritt eine Hilfe beim Aufbau seiner weltweiten Rent&Ride – Sationen sein wird.

 

GC Genius; Quelle: http://www.gesundheits-cluster.at

Gesundheit ist ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, denn gesund sein und bleiben wollen wir alle. Und wenn wir doch mal ärztliche Hilfe brauchen, dann wollen wir zumindest  bestens versorgt sein. Zum Glück macht die Technik auch vor der Medizin nicht halt – aber es braucht eben zusätzlich dazu kreative Köpfe, die die Entwicklung überhaupt vorantreiben. Weil aber die Ideen nicht immer von jedem ausgesprochen oder verwirklicht werden können, hat das Netzwerk Gesundheits-Cluster (GC) in diesem Jahr auch wieder einen “GC Genius Ideenwettbewerb” ausgerufen.

Gesucht werden innovative Ideen, mit Potenzial für:

Genius Gewinner 2009; Quelle:http://www.gesundheits-cluster.at

Der GC ist übrigens  ein branchenübergreifendes Netzwerk zur Steigerung der Innovationskraft und internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen aus den Bereichen der Medizin- und Gesundheitstechnologie, ihrer Zulieferer sowie relevanter Bildungs- und Technologie-Transfer-Einrichtungen. Mitmachen kann jeder beim Wettbewerb, dem etwas zu den Bereichen Medizin-, Krankenhaus-, Reha- oder Pflegetechnik einfällt. Einsendeschluss ist übrigens der 31.01.2011 und die Unterlagen findet man auf der Website des GC. Die Gewinner werden durch eine Fachjury, bestehend aus Brancheninsidern und Wirtschaftsvertretern, ausgewählt und am 06. Oktober 2011 bei der GC Jahrestagung in Linz bekanntgegeben. Die kreativen Innovationen können in vier Kategorien eingereicht werden: Forschungsinstitutionen, Gesundheitseinrichtungen, Unternehmen und zum ersten Mal für den Preis der Österreichischen Medizintechnik.

Der GC unterstützt potenzielle Erfindungen dieser Art auf ihrem Weg zur Marktreife und verschafft potenzielle Kontakte zu Kooperationspartnern im In- und Ausland. Gleichzeitig haben Erfinder die Chance auf Fördermittel im Rahmen der Cluster-Kooperationsförderung und bekommen Feedback zu möglichen gewerblichen Schutzrechten ihrer Idee.

Innovationen müssen nicht immer komplett neuartig sein – häufig entstehen die besten Ideen in Bereichen, mit denen man tagtäglich schon arbeitet! Und wenn sich die Medizintechnik stetig weiterentwickelt, können wir schließlich alle davon profitieren! Also raus mit den Erfindungen und dabei am besten auch noch einen Preis gewinnen!

 

Handy á la Bolognese, PC überbacken, Notebook mit Sahnsesoße – alles Quatsch? Bald nicht mehr. Forscher an der Johannes Kepler Universität in Linz arbeiten fieberhaft an Elektronikteilen, die man nach Gebrauch kompostieren oder sogar essen kann! Unglaublich aber wahr!

” Alleine in Großbritannien entstehen jährlich 440.000 t Elektroschrott! Wenn man das auf die Welt umlegt, wird das eine unglaublich hohe Zahl!” So Univ.Prof. Dr. Siegfried Bauer, Leiter der Abteilung für Physik der Weichen Materie an der Uni Linz. Die Entwicklungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sind rasant  und Produktlebenszyklen werden immer kürzer. Damit verbunden ist eine immens steigende Zahl von Elektroschrott – eine enorme Belastung für unsere Umwelt. Der Ruf nach “grüner Elektronik” wird stetig lauter. Aber so einfach ist das nicht. In Linz arbeiten Physiker und Chemiker schon seit Jahren daran, dieses Problem zu lösen – sogar mit internationaler Unterstützung aus der Wissenschaft. Jetzt gibt es erste Erfolge: Dr. Mihai Irimia-Vladu hat im Rahmen einer Diensterfindung organische Feldeffekttransistoren entwickelt – aus essbaren Materialien!

Die Ausgangsstoffe klingen bekannt: Beta-Carotin, Koffein, Lebensmittelfarben, Indigo, Glucose, DNA und weitere. Hauptziel ist die vollkommene Bioverträglichkeit der elektronischen Bauteile. Die „essbaren Schaltkreise“ werden auf bioabbaubaren Filmen aufgedruckt – Recycling ist damit nicht mehr notwendig. Nach Gebrauch wandern die Teile auf den Kompost oder wer mag kann den “Müll” auch einfach aufessen. Unvorstellbar? Für die Umwelt wäre das auf jeden Fall ein großer Schritt – genauso wie für die Industrie und die Wissenschaft. Trotzdem steht man jetzt noch ganz am Anfang. Nach Einschätzungen der Erfinder wird es noch Jahre dauern, bis eine kommerzielle Anwendung möglich ist.

Die potenziellen Einsatzmöglichkeiten sind aber jetzt schon absehbar und extrem vielfältig:

  • diese einfachen Sensoren aus biologischem Material könnten beispielsweise nachvollziehen, ob Lebensmittel ohne Unterbrechung der Kühlkette transportiert wurden und wie lange sie noch haltbar sind
  • den Reifegrad von Obst, die Frische des Brotes oder Erschütterungen eines empfindlichen Materials während des Transports feststellen
  • als medizinische Implantate verwendet, könnten die Sensoren  als „Innen-Überwacher“ von Stoffwechselvorgängen (Blutwerte, Temperatur, Wundheilungsverlauf, etc.) dienen und vom menschlichen Körper nach gewisser Zeit ohne gesundheitliche Bedenken wieder abgebaut werden würden
  • Tabletten überprüfen, ob und wann diese von PatientInnen aufgenommen wurden – wenn der Schaltkreis beispielsweise nicht länger sendet, ist das Medikament resorbiert
  • Spielzeug und andere elektronische Geräte
  • etc.

Mit dieser bahnbrechenden Erfindung könnte dem Ruf des Marktes und der Gesetzgebung nach Vermeidung von Elektroschrott, gerecht werden. Bisher sind jedoch noch viele Zukunftsvisionen dabei. Aber wer weiß, vielleicht essen wir ja bald Transistor auf Blattspinat und können unsere Medikamente nach Sensoren dosieren. Na dann Mahlzeit!

 

Glaser im Labor; Quelle: SN/ Thomas Fellhofer

Ein gewebtes Unterleiberl mit der tatsächlichen Größe eines Fußballfeldes? Ja  – sowas gibt’s tatsächlich.  Mit der Erfindung von Josef Glaser, aus dem Mühlviertel. Der leidenschaftliche Weber hat in seinem Labor viel Zeit verbracht und sich mit Kollegen aus der Branche, aus der Wissenschaft und mit Spezialisten unterhalten: heraus kam eine spezielle Faser, die die Herstellung von Schutzkleidung weitreichend verbessern kann.  „Normalerweise sind Schutzanzüge schwer und klobig, sind schwierig zu dekontaminieren und völlig unpraktisch“, sagt der Helfenberger. Nach über vier Jahren Forschung entstand eine Faser, die zuverlässig vor Gasen und Chemikalien schützt.

Das Geheimnis liegt im Prinzip der Oberflächenvergrößerung! Die Lösung kam, als Glaser mit dem Rauchen aufhörte: „Ich untersuchte damals das Nikotinpflaster. Ein Gramm dieser textilen Faser hatte eine Oberfläche von bis zu zehn Quadratzentimetern. Ich dachte mir, wenn ich eine große Oberfläche habe, könnte diese jede Menge an Chemikalien und Gasen aufnehmen“, erklärt der Erfinder. Nach einiger Forschung erfand der innovative Weber eine Cellulosefaser mit zehn Quadratmetern Oberfläche je Gramm. Leider war das aber noch nicht der Durchbruch: Praxistests haben gezeigt, dass erst eine Fläche von 100 Quadratmetern je Gramm den menschlichen Körper zuverlässig schützen können.

Es hieß also das Schweizer-Käse-Prinzip anzuwenden: die Oberfläche braucht Löcher, ohne die Festigkeit zu opfern. Und der leidenschaftliche Tüftler hat es tatsächlich geschafft  – Polymertechnik und Wissenschaft staunen. Weber hat ein Verfahren entwickelt, mit dem viele Millionen Löcher im Millionstel Millimeterbereich in der Oberfläche erzeugt werden. Ein Garn aus der so genannten “Wunderfaser” gibt’s auch schon: Carboncell. Die Zielgruppen sind vielfältig, von Sport und Medizin über Jagd, Zivil- und Militärschutz. Auch Kooperationen mit Universitäten in Österreich, Deutschland und Tschechien bestehen bereits.

Und wer weiß, welche Gewebe die Wunderfaser in Zukunft noch so revolutionieren kann – der erfinderische Helfenberger wird sicher weitertüfteln! Vor allem, wenn er weiterhin so gefördert wird, von der Forschungs- Förderungsgesellschaft, dem Land Oberösterreich und dem Unternehmer Hannes Böck.

 

Die Firma Mehrblick beschäftigt sich mit Innovationen und veranstaltet, mit der Unterstützung anderer Firmen, eine Ideen Lounge für kreative Köpfe.

Sie wollen die Unternehmen bei der Entwicklung von innovativen Geschäftsideen fördern. Denn sie sind der Meinung das viele Ideen das Potential haben den Markt und unsere Gesellschaft zu verändern.

Gesucht werden nachhaltigkeits-innovative Startup-Ideen. Sie sollten den akuten Herausforderungen unserer Zeit mit kreativen Lösungen entgegen treten. Die Idee sollte auch die ökologischen und sozialen Probleme lösen und zusätzlich noch die Arbeitsplätze von morgen schaffen.

Unterstützt wird das Projekt unter anderem von ZIT (Technologieagentur der Stadt Wien) und der Herbst Vavrovsky Kinsky Rechtsanwälte GmbH

Teilnahmebedingungen

  • Haben sie eine nachhaltige-innovative Startup-Idee und möchten ein Unternehmen gründen?
  • Oder haben sie bereits ein Unternehmen gegründet, welches nicht älter als 2 Jahre ist?
  • Haben sie die Möglichkeit am Donnerstag den 3.2.2011 zur Präsentation nach Wien zu kommen?
  • Haben sie vollständige Bewerbungsunterlagen?
  • Wenn Sie die oben angeführten Fragen alle mit “JA” beantworten können, sind sie berechtigt an der IdeenLounge teilzunehmen und können sich ohne Probleme bewerben.
  • Bewerbungsschluss ist der Dienstag 25. Jänner 2011.

Falls ihre Idee noch nicht bis ins kleinste Detail ausgereift ist, lassen sie sich nicht abschrecken. Sie müssen natürlich keine technischen oder strategischen Einzelheiten präsentieren! Einzelkämpfer und Teams sind gleichermaßen willkommen. Aber: Nur eine/r kann präsentieren.

Wenn noch irgendwelche Fragen auftreten sollen bitte an folgende E-Mail Adresse senden: ideenlounge@mehrblick.at

 

Big Belly; Quelle: http://cse-cleansolution.at

“Big Belly”  – so lautet der Name des amerikanischen Hightech-Mistkübels mit Solaranlage. In vielen Städten gehören überquellende Mülleimer oder Dreck auf den Straßen zum Stadtbild – die Entsorgung kostet viel Geld und CO2 wird auch ausgestoßen. Wirklich sinnvolle Lösungen scheint es hierfür bisher noch nicht zu geben – aber die solarbetriebene Müllpresse kann einige Kosten reduzieren. Müll ist und bleibt schießlich ein wichtiges Thema in Sachen Umweltschutz und Bevölkerungszuwachs. Innovative Ideen werden also dringend gebraucht für den Umweltschutz! Seit zwei Jahren schon arbeitet die Halleiner Firma Clean Solution GmbH (CSE) intensiv mit dem neuen System und hat bisher einige Erfolge erzielt.

Über 400 dieser Mitstkübel hat CSE in Österreich schon selbst aufgestellt. Mit bis zu 150Litern können die Tonnen mit Presse, bis sieben Mal so große Mengen schlucken. Das bedeutet die Möglichkeit von längeren Abholintervallen, weil einfach mehr reinpasst. Das bedeutet natürlich im Umkehrschluss, dass kein Müll verstreut drumherum liegt, weil es ziemlich lange dauert, bis die Riesentonne voll ist. Die Hauptvorteile sind aber vor allem geringere Kosten für die Entsorgung, Senkung der Treibstoffkosten und der Arbeitszeit und Sauberkeit (kein Geruch, keine Tiere), weil der Müll gleich mit Hilfe von Sonnenenergie zusammengepresst wird. Zusätzlich wird durch die Solarenergie auch gleich der CO2-Ausstoß heruntergeschraubt. Und wenn die Sonne mal nicht scheint, dann arbeitet Big Belly trotzdem eine Woche lang mit dem gleichen Energieaufwand weiter, die man für das Kochen einer Kanne Kaffee benötigt, sagen die Hersteller.

Dieses kabellose Kompaktierungssystem ist vor allem für Feststoffmüll gedacht. Die Lebensdauer einer solchen Presse beträgt zehn Jahre – also doch eine recht lange Zeit. Das Stück kostet 4290€ oder 80€ monatliche Leasingrate – laut CSE amortisiert sich die Anschaffung in zwei Jahren. Zielgruppen sind Städte und Gemeinden mit Parkanlagen, Fußgängerzonen und großen Parkplätzen, Geschäfte mit Großbetrieben wie Autobahn- und Bahngesellschaften, Tankstellen, Einzelhandels- und Schnellimbissketten sowie Schulen. Hier müssen die Geschäfte aber erst noch anlaufen. Derzeit bemühen sich die Halleiner um Vertriebspartner weltweit.

Vielleicht ist dem einen oder anderen sogar schon so eine Riesentonne begegnet und er hat sich gefragt was das wohl ist?! Die Antwort: ein platzsparendes, umweltfreundliches Müllpresse-System. Bleibt zu hoffen, dass sich die Idee durchsetzt und noch mehr davon aufgestellt werden! Möglicherweise werden langfristig sogar die Städte dadurch sauberer.

 

Flaschenrohling

Egal ob Verpackungsmaterial, Plastiksackerl oder PET-Flaschen irgendwann wird der Kunststoff nicht mehr gebraucht und landet im besten Fall auf dem Müll. Andere schmeißen diese Dinge einfach in die Wiese und auch in das Meer. So wurde im Atlantik im Februar 2010 ein riesigen Müllteppich gefunden. Mit der neuen Erfindung von Herrn Johann Zimmermann kann der Plastikflaschenmarkt komplett umgekrempelt werden. Der Kunststofftechniker aus Wiener Neustadt hat sich ein Ziel gesetzt, er möchte die Plastikflasche aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugen.

Die Ausgangsbasis für die neue PLA Flasche sind Rohstoffe wie zum Beispiel Mais oder Kartoffeln. Aus denen wird Stärke gewonnen und in Polymilchsäure umgewandelt. Diese wird wiederum polymerisiert und in BIO – Kunststoff verarbeitet. Aus diesem werden dann die Rohlinge für die Flasche geformt.

Herkömmliche Plastikflaschen werden aus Polyethylen hergestellt und brauchen deshalb im Durchschnitt 350 Jahre bis sie abgebaut sind. Werfe ich aber die sogenannte PLA – Flasche auf den Kompost verrottet diese in 35 bis max. 90 Tagen.

Das Departement für Agrarbiotechnologie IFA in Tulln hat einen Test durchgeführt:
Nach 9 Tagen in einer Kompostieranlage ist die neu entwickelte Flasche nur mehr eine Hand voll Komposterde. Im besten Fall hat sich die PLA Flasche bereits in 19 Tagen komplett zersetzt. Was über bleibt sind winzige Reste des Verschlusses.

Der Erfinder Johann Zimmermann

Erstmals wird die Flasche von einem heimischen Mineralwasserhersteller “Wildalp” probeweise verwendet. Im Aussehen und in der Handhabung ist sie von einer herkömmlichen PET – Flasche kaum zu unterscheiden. Der Unterschied liegt aber, sehr zum Leidwesen der Konsumenten, im Preis. Die Firma Wildalp hofft aber, dass der Konsument auch etwas auf die Umwelt achtet und so die 20 Cent mehr investiert.

Im Handel gibt es die Flasche noch nicht, weil sie für kohlesäurehaltige Getränke nicht in Frage kommt. Denn die Kohlensäure entweicht viel zu rasch durch die Flaschenwand und das Getränk wird so ungenießbar.

Die Firma NaKu hat schon diverse Mittel aus biologischen Rohstoffen hergestellt. In Zukunft werden sie weiter forschen und versuchen auch den Verschluss  der neuen Flasche biologisch herzustellen.

 

Ile, die schwimmende Sauna; Quelle: FH Joanneum/Gerhard Heufler

Saunen und Fische beobachten mit Hilfe einer schwimmenden Schwitzinsel, ein geländetauglicher Rollstuhl oder eine umweltfreundliche Magnetschwebebahn – das sind nur einige von vielen Designentwürfen von Studierenden des Lehrgangs “Industrial Design” der FH Joanneum in Graz. Unter der Leitung von Gerhard Heufler sind aus dieser international beachteten Talentschmiede schon viele Absolventen in hochrangigen Positionen gelandet. Bei der praxisbezogenen Ausbildung geht’s nicht nur drum auf dem Papier zu forschen, sondern Dinge auch umzusetzen – machmal sogar mit hochrangiger Unterstützung mit Firmen wie AUDI, Kiska, Magna oder Neff.

Ile, die schwimmende Saunainsel, wurde von Lukas Jungmann entworfen. Die Idee ist einfach: heraus aus der heißen Sauna, hinein ins kühle Nass. Platz haben mindestens sechs Personen, die sogar durch eine Panoramascheibe die Unterwasserwelt beobachten können. Die Insel mit Saunaraum liegt halb unter der Wasseroberfläche und kann daher auch mitten im See platziert werden. Zielgruppe sind Privatpersonen oder Hoteliers mit eigenem Seegrundstück – so kann man sich das Thermenfeeling nach Hause holen. Wellness pur und das mit Kreativität!

Eine andere Erfindung aus der Grazer Ideenschmiede ist “Maglev”, eine umweltfreundliche hängende Magnetschwebebahn – gedacht vor allem für Megacitys. Die Innovation kommt vom Jungdesigner Ulf Kühnapfel: “Die Benutzer gleiten über dem dichten, zeitraubenden Verkehr zu ihren Zielen, sie schweben auf einer transparenten Aussichtsplattform durch die Hochhausschluchten.” Fast zu schön um wahr zu sein und die Ausrede “ich stand im Stau” gilt dann leider nicht mehr!

Rollstuhlfahrer kommen übrigens auch auf ihre Kosten. Niklas Ytterström hat einen geländegängigen Rollstuhl erfunden, mit dem man nicht nur geraden Wegen fahren kann. Radnabenmotoren und eine aktive Federung machen’s möglich. Und die Erfindung kann noch mehr: der Benutzer kann sich selbst ganz einfach sogar in verschiedene Positionen bringen – von liegend bis stehend. Wer gern kocht ist dagegen beim “Funktional Cavity” gut aufgehoben: ein Herd mit vier Garmulden, in dem parallel mehrere Speisen mit unterschiedlichen Beheizungsarten und Temperaturen gekocht werden können.

Audi RSQ; Quelle: FH Joanneum/ Gerhard Heufler

Audi RSQ; Quelle: FH Joanneum/ Gerhard Heufler

Das sind nur einige von vielen Designideen, die Studierende der FH entworfen haben. Laut einer Umfrage des amerikanischen Wirtschaftsmagazins “Business Week” von 2007 zählt der Studiengang unter die 60 besten Designschmieden Europas, Asiens und Nordamerikas. Und da sind viele Ideen dabei, die patentiert werden sollten! Industriedesign ist ein wichtiges Geschäftsfeld – vor allem weil beim Kunden auch das Auge zur Kaufentscheidung beiträgt. Die Ausbildung soll aber nicht nur zu tollen Designs führen – sondern auch zu technisch umsetzbaren Lösungen. Designer und Techniker müssen eng zusammenarbeiten, das lernen die Studierenden von Anfang an. Gerhard Heufler ist neben seiner Lehrtätigkeit auch selbst aktiver Erfinder: zwei seiner Werke haben es sogar in die Sammlung des Museum of Modern Art in New York geschafft. Weitere Vorzeigeabsolventen arbeiten bei Nokia, Audi oder Apple. Wer kennt ihn nicht, den Audi RSQ, mit dem Will Smith im Film “I Robot” durch die Gegend kurvt?! Das Außendesign stammt von einem ehemaligen Studenten, Julian Hönig.

Wir können wohl noch viele weitere innovative Designideen aus der Steiermark erwarten! Und wer weiß – vielleicht kommen wir ja selbst bald in den Genuss eine der Ideen ausprobieren zu dürfen.

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