Mai 092012
 

Quelle: www.zukunftsinstitut.at

Kaum eine Branche wird mehr beäugt, als die Trend- und Zukunftsforschung. Zukunft ist nun mal die Zeit, in der wir alle leben werden. Verständlicherweise ist das Interesse – wie auch das Misstrauen groß. In den 80er-Jahren war die Trend- und Zukunftsforschung noch weitestgehend unbekannt in Deutschland. Und jetzt, 30 Jahre später ist sie aus den Kinderschuhen gewachsen.  Nicht nur, dass sich verschiedene unabhängige Anbieter am Markt etablieren konnten. Viele große Unternehmen haben inzwischen Zukunfts-Think-Tanks eingerichtet. Hierzu gehören z.B. die Automobilhersteller Daimler  und Volkswagen oder im Bankensektor die HypoVereinsbank und die Deutsche Bank. Ebenso öffnen sich immer mehr Mittelständler den Methoden und Herangehensweisen der Trend- und Zukunftsforschung und nutzen diese für ihre strategische Planung oder Innovationsentwicklung.

Das größere Zukunftsinteresse resultiert aus dem härteren Wettbewerb. Unternehmen müssen heute proaktiv etwas für ihre Wandlungsfähigkeit tun, das Tempo ihrer Anpassungen erhöhen. Sie müssen verstehen, dass der Wind dreht, BEVOR die Flaute da ist. Sie müssen vorausschauende und gleichzeitig flexible strategische Planung betreiben. Globale Märkte lassen nur denjenigen eine Chance, die den richtigen Riecher haben. Dabei hilft die Trend– und Zukunftsforschung, die als zwei unterschiedliche, aber miteinander verknüpfte Disziplinen zu verstehen sind. Das Zukunftsinstitut arbeitet daher mit dem Modell der „Integrierten Trend- und Zukunftsforschung“, bei dem verschiedene Methoden der qualitativen Sozialforschung wie z.B. Experten-Interviews zum Einsatz kommen.

Trendforschung ist die Analyse der Wandlungsprozesse der Gegenwart. Im Fokus stehen kulturelle Phänomene, die den aktuellen Zeitgeist prägen, sowie Entwicklungen in Teilsegmenten der Gesellschaft. Der kognitive Horizont ist markt- und handlungsorientiert, also auf die nächsten fünf bis zehn Jahre ausgerichtet. Die Ergebnisse der Trendforschung sind daher vor allem für Fragestellungen des Marketing relevant – beispielsweise für die Positionierung von Marken und Unternehmen oder für die Entwicklung von Innovationen. Zukunftsforschung hingegen ist die Darstellung und Erfassung möglicher Zukünfte, beschäftigt sich also mit den langfristigen Auswirkungen von Trends. Hierbei geht es um großflächige, vernetzte Wandlungsprozesse in Gesellschaft und Wirtschaft. Die Zukunftsforschung kommt für strategische Fragestellungen im Management zum Einsatz, wenn es beispielweise um die grundsätzliche Neuausrichtung eines Unternehmens geht. Der kognitive Horizont ist auf einen Zeitraum zwischen 10 und 25 Jahren ausgerichtet.

Kann das Zukunftsinstitut die Zukunft vorhersagen? Kaum eine Frage wird wohl so häufig gestellt, wie diese. Das Zukunftsinstitut versucht erst gar nicht die Illusion zu verkaufen, die Zukunft ließe sich ausrechnen. Wir können schlichtweg nicht sagen, wie viele Menschen in 20 Jahren probiotische Joghurts essen. Diese Form der Prognose steht auch nicht im Zentrum der Arbeit. Das Zukunftsinstitut benennt Entwicklungen. Zukunft ist immer in der Gegenwart eingekapselt. Das heißt: Trends existieren immer schon im Heute – wenn auch in Nischen. In Form von Trendanalysen gilt es, diese zarten Zukunftspflänzchen frühzeitig aufzuspüren und eine Einschätzung über ihre Bedeutung abzugeben.

Ein Beispiel für eine Trendentwicklung, auf die das Zukunftsinstitut früh aufmerksam gemacht hat, ist Open Innovation. Lange bevor die sozialen Netzwerke und Ideenplattformen die Kommunikation und Zusammenarbeit in den neuen Medien prägten, berichteten wir im Jahre 2006 über die Öffnung von Innovationsprozessen. Wir beschrieben die Möglichkeiten des „Brain-Outsourcing“ und wie sich durch die Integration von Externen in Innovationsprozesse die Wertschöpfung steigern lässt. In unserer Studie „Praxis-Guide Cross-Innovations“ aus dem Jahr 2009 (kostenfreier Dowload auf www.zukunftsinstitut.de) beleuchteten wir das Phänomen auf Basis einer empirischen Erhebung unter Innovationsmanagern im deutschsprachigen Raum. Heute hat sich das „Open Innovation“-Prinzip als neues Paradigma in Entwicklungsprozessen durchgesetzt.

Jul 142011
 

MMag. Barbara Edelmann, Steuerberaterin, Senior Manager Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH

Überblick.

Das Einkommen, welches ein Steuerpflichtiger innerhalb eines Kalenderjahres bezieht, ist grundsätzlich der Einkommensteuer zu unterziehen. Ganz allgemein wird zwischen betrieblichen Einkünften und außerbetrieblichen Einkünften unterschieden. Diese Unterscheidung ist deshalb wesentlich, weil die Veräußerung einer Erfindung im außerbetrieblichen Bereich nicht der Einkommensteuer unterliegt, während die Veräußerung einer Erfindung im betrieblichen Bereich zu versteuern ist.

Kürzlich befand nun der Verwaltungsgerichtshof (VwGH 28.10.2010, 2007/15/0191), dass im Fall einer Erfindertätigkeit grundsätzlich betriebliche Einkünfte vorliegen. Veräußerungsgewinne aus Erfindungen sind damit steuerpflichtig!

Sachverhalt.

Ein Wirtschaftsingenieur entwickelte im Jahr 1994 einige Patente, meldete diese an und betrieb über mehrere Jahre Patentverfahren im In- und Ausland. Im Jahr 2000 veräußerte er diese Patente. In den Steuererklärungen wurden die Erlöse aus der Veräußerung nicht erklärt, da es sich nach Ansicht des Steuerpflichtigen um den Verkauf einer außerbetrieblichen Einkunftsquelle handelte. Im Zuge einer Betriebsprüfung gelangte das Finanzamt jedoch zu der Ansicht, dass diese Einkünfte als betriebliche Einkünfte zu behandeln sind, und damit die Veräußerungsgewinne zu versteuern sind.

Mag. Eva Maria Wernitznig, Steuerberater-Berufsanwärterin, Senior Tax Assistant Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH

Ansicht des VwGH.

Der VwGH (Verwaltungsgerichtshof) führte in seinem Erkenntnis aus, dass die Erfindertätigkeit zu betrieblichen Einkünften aus Gewerbetrieb führt, wenn eine selbständige, nachhaltige Betätigung vorliegt, die mit Gewinnabsicht unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt.

Zufallserfindungen führen im Gegensatz dazu nicht zu betrieblichen Einkünften, außer der Erfinder trifft umfangreiche und planmäßige Maßnahmen zu Verwertung seiner Erfindung. Des VwGH geht jedoch wie auch der deutsche Bundesfinanzhof davon aus, dass solche Zufallserfindungen in der Praxis kaum vorkommen.

Conclusio.

Dies bedeutet, dass sobald der Erfinder umfangreiche und planmäßige Maßnahmen zur Verwertung seiner Erfindung trifft, bereits betriebliche Einkünfte vorliegen. Sogenannte Zufallserfindungen kommen sowohl nach Ansicht des VwGH demnach in der Praxis kaum vor. Werden daher Patente veräußert, so sind die Veräußerungsgewinne in der Einkommensteuererklärung grundsätzlich zu versteuern. Der Steuersatz beträgt bis zu 50%.

Kontakt:

Dieser Gastbeitrag wurd von Frau MMag. Barbara Edelmann und Frau Mag. Eva Maria Wernitznig von der Firma Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH verfasst.

www.deloitte.at/yestech
www.deloittetax.at

Mai 032011
 

Die tecnet equity ist eine Gesellschaft des Landes Niederösterreich und hat die primäre Aufgabe, bei der Überführung potentieller Forschungsergebnisse in den Markt, optimale Betreuung anzubieten. Sie bietet Forschungszentren, Universitäten und Fachhochschulen mit Niederösterreich-Bezug umfassende Unterstützung an, wenn neue Ideen analysiert, bewertet, patentrechtlich geschützt und am Markt angeboten werden sollen. Erfindungen mit gesellschaftlichem Mehrwert werden in markttaugliche Produkte oder Verfahren übergeführt. Dadurch werden Lizenzeinnahmen oder Verkaufserlöse erzielt.

Prinzipiell können Erfindungen auf zwei unterschiedlichen Wegen in den Markt gelangen:

a)     Gründung eines Unternehmens

b)     Transfer an etablierte Unternehmen

Wir helfen in diesbezüglichen Überlegungen und übernehmen die Aufgaben des Transfers. Im Falle einer Gründung bietet das Gründerzentrum accent (www.accent.at) umfassende Unterstützung an. Für spezielle Bereichen bestehen auch Venture-Capital Fonds zur Finanzierungsmöglichkeit  durch die tecnet.

Das tecnet Team der Patentverwertung …

  • …berät und schult über Patente und geistiges Eigentum
  • …entwickelt Innovationsstrategien
  • …identifiziert Anwendungen und Märkte
  • …bietet Zugang zu interessierten Wirtschaftspartnern
  • …verhandelt Lizenzverträge

Patentkostenbeteiligung und Prototypen-Finanzierung sind weitere Optionen der tecnet.

Zu den Forschungspartnern der tecnet zählen aktuell:

  • AIT Austrian Institute of Technologie GmbH
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften
  • FOTEC Forschungs- und Technologietransfer G.
  • Universität für Bodenkultur Wien
  • Technische Universität Wien
  • AC²T Kompetenzzentrum für Tribiologie
  • Aerospace & Advanced Composites GmbH
  • OFI Technologie & Innovation GmbH
  • Donau Universität Krems

Unser Dienstleistungsangebot umfasst 5 Module. Diese bilden die von tecnet entwickelte Transfer-Brücke. Erfindungen aus der Forschung werden dadurch professionell betreut und nach umfassender Analyse in unseren Verwertungsprozess aufgenommen.

Die Anforderungen der Wirtschaft und Kunden werden in diesem Prozess frühzeitig berücksichtigt und auch in der weiterführenden Entwicklung integriert. Dadurch wird ein befruchtender Kreislauf geschlossen, der die Überleitung einer Erfindung in eine erfolgreiche Innovation ermöglicht. Mehr auf  www.tecnet.co.at

Gerhard Stelzer, Quelle: privat

Dieser Gastbeitrag wurde von Herrn Gerhard Stelzer verfasst. Er ist Projektmanager der Abteilung Patente und Technologie bei tecnet equity.

Jun 042010
 

DI (FH) Silke Leithenmayr, Foto: innolab

Gastbeitrag von DI (FH) Silke Leithenmayr, Projektmitarbeiterin des innolab an der FH CAMPUS 02

Das innolab ist erste, professionelle Anlaufstelle im individuellen, teils schwierigen Erfindungs- und Innovationsprozess für Menschen die professionelle Unterstützung suchen. Unsere Zielgruppe sind dabei einerseits Ideenträger aller Art, junge Unternehmensgründer, KMUs – aber auch Schulen und höhere Bildungseinrichtungen, die z.B. an praktischen Projekten lehren möchten.

Die angebotenen Leistungen decken somit Informationen, Recherchen und Kontaktsuche rund um den gesamten Innovationsprozess von der Ideengenerierung bis zur Umsetzung der Idee ab. Mit dem sog. „Innovationsprüfstand“ wird KMUs die Möglichkeit geboten, ihr Geschäftsmodell bzw. ihre Ideen objektiv prüfen und bewerten zu lassen, um Potenziale für die Entwicklung aufzudecken.

Ihre Vorteile für Erfinder und Ideenträger durch eine Zusammenarbeit mit dem innolab sind ein kostenloser „Proof of concept“ zusammen mit einem umfassenden Innovationscheck für die Idee. Es wird grob der Stand der Technik geprüft und ein schneller Patentcheck gemacht.
Das innolab vernetzt auch mit potentiell interessanten Personen und Institutionen sowie mit Partnern, die für die jeweils einzelnen Innovationsschritte gesucht werden.

Die Prüfung der Idee oder des Geschäftsmodells

Die Prüfung im speziellen beinhaltet eine Bewertung, welche bei innovativen, also per se nicht dagewesene Produkten und Dienstleistungen, besonders schwierig ist.
Mit dem Studiengang Innovationsmanagement an der FH CAMPUS 02 wurde daher ein modernes Bewertungstools entwickelt, um die Entwicklungschancen und Erfolgswahrscheinlichkeit zu bewerten.
Das Ziel war ein integrierendes Kategorisierungstool, welches ein ganzheitliches Beurteilungs- und auch Entwicklungssystem darstellt.
Es sollte eine orientierende Landkarte zu einer Idee bzw. ein Unternehmen erstellt werden und gleichzeitig das Vorgehen fokussiert.

Die Methode

Mit dem Innovation Positioning System können Unternehmungen und Ideen gezielt bewertet, i.S. „kategorisiert“ und weiterentwickelt werden.
Die einzelnen Bereiche aus denen jede Unternehmung besteht,

– das Produkt bzw. die Leistung,
– der Markt und Bedarf,
– die Organisation bzw. das Netzwerk
– die Ressourcen bzw. die Assets

werden analysiert und bewertet, je nach Entwicklungsstand.

So können einerseits Schwächen aufgedeckt werden, aber vor allem z.B. jene, die zurückliegen, gezielt herausgenommen und entwickelt werden. Auch ergibt sich die Chance, passende Partner zu finden, da genauer beschrieben werden kann, was fehlt.

Das IPS hilft dem innolab, den Status quo einer Unternehmung zu bestimmen, den Bedarf genauer zu klären aber auch die Dauer bis zum Unternehmenserfolg einzuschätzen. So kann eine objektivierte Situationseinschätzung erfolgen, Schwachstellen können gezielt erkannt und angegangen werden und letztendlich die Unterstützung fokussiert werden.

Ein Beispiel

Die Firma GPG Gebäudetechnik aus Graz, verfolgt die Idee einer „Warmwasseraufbereitung in Wandelementen“.
Dabei handelt es sich um einen extrem flachen Rohrspeicher, der komplett in ein Wandelement unsichtbar verbaut werden kann. Es wird ein Komplettmodul mit allen notwendigen Anschlüssen, wie Armatur, Wasserzähler, Wärmemengenzähler etc. geliefert und kann dank integrierter Isolierung effizient verbaut werden.

Vorteil der Idee ist die Reduktion der Energiekosten und des Installationsaufwandes durch eine intelligente, dezentrale Warmwasserbereitung mit systemoptimiertem Energie-verteilmanagement.

Höchste Hygiene und Beständigkeit wird kombiniert mit effizienterer Energieverteilung und Leistungsanpassung.

Die Bewertung zeigt die Firma in einer sehr dynamischen Phase: Es geht um die Etablierung am Markt, den Eintritt in den (nationalen) Wettbewerb. Das Finden eines Vertriebspartners oder eine Förderinitiative für Sanierung z.B. können jetzt den Durchbruch bedeuten sowie aber auch eine Kopie durch einen großen Wettbewerbsteilnehmer Gefahr bedeutet, da in der Entwicklung jetzt nur mit großem (Zeit-)Aufwand reagiert werden kann.

Die Idee befindet sich insgesamt „im Aufwind“.

Durch das IPS erhält die Anfrage „Projektstatus“ und das innolab arbeitet gemeinsam mit dem Klienten an einer Vermarktungsstrategie.

Gastautor Steckbrief

Name: DI (FH) Silke Leithenmayr

Unternehmen: innolab – Institut der Studienrichtung Innovationsmanagement an der FH CAMPUS 02

Position: Projektmitarbeiterin

Kontakt:

innolab –
Institut der Studienrichtung Innovationsmanagement an der FH CAMPUS 02
DI Andreas Rehklau – Leiter
DI Silke Leithenmayr – Projektmitarbeiterin
Körblergasse 126
8021 Graz

www.innolab.at
www.youtube.com/user/innolab

Jan 202010
 

Mehr als Speck und Berge

Berge, Speck und Tradition: das ist Südtirol – für Touristen. Alpine Technologien, erneuerbare Energie, digitale Technologien – kurz Innovation: auch das ist Südtirol. Immer häufiger zeigen selbst kleine Unternehmen oder einfach nur Tüftler aus der nördlichsten italienischen Provinz wie kreativ sie sind, wenn es um die Entwicklung neuer Produkte und die Nutzung natürlicher Ressourcen geht. Leitplanken aus Holz und ein biologischer Dämmstoff aus Kalk und Schafswolle sind nur zwei Beispiele für „innovation made in South Tyrol“.

Mit 103 km/h rast ein Fiat Punto in eine Leitplanke aus Holz, verliert dabei den Vorderreifen und den Außenspiegel auf der Beifahrerseite, die Kunststoffstoßstange splittert ab und gerät unter die Motorhaube, aber die Leitplanke hält dieser Belastung stand und tut, was Leitplanken tun sollen: sie leitet den Punto zurück in die Fahrbahn. Auch als wenig später ein Bus mit über 70 Stundenkilometern und 13 Tonnen Gewicht auf die Holz-Planken aufprallt, halten die Südtiroler Holz-Leitplanken dem Druck stand.

Diese Szenen spielten sich Ende des Jahres 2006 auf einem Testgelände im französischen Lyon ab. Das Südtiroler Unternehmen „Ligna“ testete die Widerstandskraft seiner Holz-Leitplanken und investierte für die Chrashtests in Lyon über 300.000 Euro.

Crashtest-Ergebnisse

Mit den Testergebnissen kann „Ligna“ zufrieden sein: Die Holzleitplanken entsprechen der EU-Norm für Schutzplanken. Eingestuft wurden die Holz-Leitplanken in die Schutzklasse H2 und können daher selbst auf Autobahnen installiert werden. Das Geheimnis der Stabilität der Leitplanken ist ein Stahlband, das zwischen zwei Holzplankenmontiert wird und verhindert, dass auffahrende Fahrzeuge die Leitplanke durchbrechen. „Drei Jahre Entwicklungszeit stecken in dieser Leitplanke“, sagt Hans Hellweger, Geschäftsführer von „Ligna“.

Das Holz der Leitplanke stammt aus Südtiroler Lärchenwäldern. Lärchenholz hat den Vorteil, dass es von Natur aus extrem wetterfest ist und nicht chemisch imprägniert werden muss. Nachts sorgen so genannte Dioden-Leitleuchten dafür, dass die Holzleitplanken auch im Dunkeln gut zu sehen sind. Die Dioden-Leuchten tanken tagsüber Tageslicht auf und leuchten dadurch in der Dunkelheit.

Die Verwendung von Holz für Leitplanken empfiehlt sich in Südtirol vor allem der Optik wegen. Holz fügt sich in das Landschaftsbild Südtirols besser ein als Leitplanken aus Stahl oder Aluminium; damit sind die Holzleitplanken unter touristischen Aspekten ein Gewinn für die „Ferien-Destination Südtirol“. 2009 wird „Ligna“ seine Holz-Leitplanken auf den Markt bringen. „Um unseren Marktauftritt professionell vorzubereiten, konnten wir vor allem auf die Unterstützung des TIS innovation park in Bozen zählen“, erläutert Ligna-Geschäftsführer Hellweger. Der Bozner Innovationspark nahm dem Unternehmer Behördengänge ab und entwickelte gemeinsam mit Hellweger eine Vertriebs- und Werbestrategie. 2006 wurde der Innovationspark gegründet. Zu seinen zentralen Aufgaben gehört es, vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen Südtirols Innovationsprozesse anzustoßen oder zu begleiten. Im Falle von Hans Hellwegers Holzleitplanken hat der Bozner Innovationspark den Weg der von Ligna entwickelten Holzleitplanke zur Marktreife wesentlich beschleunigt.

Biologischer Dämmstoff aus Wolle und Kalk

Walter Tasser ist eigentlich Maurer von Beruf. Eigentlich. In seiner Freizeit entwickelte der Maurer aus dem kleinen Südtiroler Ort Pfalzen bei Bruneck einen Dämmstoff für Innenräume und zwar einfach deswegen, weil eine Wand seines Hauses von Schimmel befallen war. Der Dämmstoff aus Wolle und Kalk wurde im Frühjahr 2008 in Italien patentiert und verhindert Schimmelbildung. Der TIS innovation park unterstützte Tasser bei der Messung der Dämmwerte und bei der Patentierung des Dämmstoffes. Der Dämmstoff erreicht den sehr guten Dämmwert von 0,05 (W/m*K), eine bessere Wärmedämmung als der neue Verbundstoff bringen nur Holzwolle und einige künstliche Dämmstoffe. Im Unterschied zu den künstlichen Dämmstoffen kann aber der biologische Dämmstoff aus Südtirol beim Abbruch des Hauses problemlos entsorgt werden. Außerdem ist der neue Dämmstoff vergleichsweise günstig, da seine Bestandteile – Wolle und Kalk – äußerst preiswert sind.

Die Zeitschrift „BUILDERnews Magazine“ aus Vancouver (USA) wählte den Südtiroler Dämmstoff zum Produkt des Jahres 2008 und das, obwohl das Produkt noch gar nicht in Serie produziert werden kann. Für die Serienproduktion des Südtiroler Bio-Dämmstoffes wird jedoch bereits mit verschiedenen Unternehmen verhandelt. Zu dem Erfolg in den USA hat vor allem ein ehemaliger Mitarbeiter des TIS innovation park beigetragen, der nun in Los Angeles tätig ist. Im September wurde der Dämmstoff in den USA patentiert und damit begann der Siegeszug der Südtiroler Dämmstoffplatten in den USA – unter dem Namen WEKA. (WEKA steht hier für WollE und Kalk.)

„Wenn wir uns sowohl die Holzleitplanke als auch den WEKA-Dämmstoff anschauen, verbindet diese beiden Produkte vor allem eines: sie nutzen natürliche Ressourcen Südtirols wie Holz oder Schafwolle“, sagt Hubert Hofer. Hofer ist Direktor des TIS innovation park. „Vielleicht ist die gelungene Symbiose aus Tradition und Innovation der Schlüssel zu Erfolg für kleine Unternehmen“, sagt Hofer und ergänzt: “Im Bereich Wintersporttechnologie oder im Lebensmittelsektor ist Südtirol ja auch traditionell stark und da gibt es in Südtirol Potential für neue Methoden in der Kunstschneeproduktion, für Innovationen im Bereich Wellnessmöbel oder für neue Produkte im Lebensmittelbereich.“ Anders formuliert: Innovation durch Tradition: das ist Südtirol.

Hubert Hofer

Gastautor-Steckbrief

Name: Hubert Hofer

Position: Direktor

Unternehmen:

TIS – innovation park ist ein Dienstleistungszentrum für innovative Unternehmer. Sie beraten und betreuen Jungunternehmen in der Phase zur Selbsts

tändigkeit. Außerdem schlagen sie Brücken zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaftswelt, zwischen Unternehmern, Forschern und auch Experten.

Hubert Hofer über sich selbst:

Aufgewachsen in einem Pustertaler Dorf in Südtirol, zog es mich bereits während der Oberschulzeit für verschiedene Praktika als Konstrukteur nach Deutschland. Auch nach dem BWL-Studium in Innsbruck war ich mehrere Jahre in München für diverse Unternehmen tätig. 1996 kam ich zurück nach Südtirol, wo ich seitdem den TIS innovation park leite.

Dez 182009
 

Gastbeitrag von Katja Träger (fti…remixed – Die Sammelplattform für Forschungsinhalte aus dem Netz)

FTI- was? Und welche Bedeutung hat „F T I“ überhaupt? Forschung, Technologie und Innovation- das heißt es und worum es bei uns geht- genau diese 3 Themen mit dem Schwerpunkt „Mobilität“ bearbeiten und darüber berichten.

In Wien und Graz wurden dafür vom Bundesministerium für Verkehr und Innovation, 2 Beratungsteams zusammengestellt. So sind wir insgesamt 20 Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren die wöchentlich Berichte verfassen und diese auf die FTI – Informationsplattform stellen. Dazu werden die FTI – Themen von allen Ecken und Seiten behandelt und diskutiert.

Alle 2 Wochen gibt es auch ein Beratungsteam treffen, wo Berichte, Ideen und Vorschläge besprochen werden.

Beim letzten Treffen unseres Wiener Teams wurden zum Beispiel Interviews unter uns Jugendlichen geführt. Außerdem ist ein Workshop für Ende Jänner angesetzt der von uns Jugendlichen selbst geplant wird und wo wir im Endeffekt auch als MediatorInnen fungieren werden. Dafür muss nun ein Thema, Location, Gäste uvm erarbeitet und gefunden werden. Mit kreativem Teamwork wird das sicher ein großer Erfolg!

Aber es wird nicht nur gesessen und geredet, auch outdoor waren wir schon höchst aktiv. Einen Ausflug zur Asfinag gab es zum Beispiel schon und im September gab es einen Workshop mit dem Thema „moving smarter“. Dazu haben wir VertreterInnen von „Qando“ und „AnachB“ zum vienna knowledge space am Karlsplatz eingeladen. Neben uns, dem Beratungsteam, als Publikum waren auch einige Schulklassen anwesend und haben sich die Vorstellung der beiden Verbindungssuchmaschinen angehört und ließen sich anschließend gleich selbst auf Computern und Handys Routen berechnen.

Wer jetzt Interesse hat Artikel zu lesen, einfach auf www.ftiremixed.at gehen und ins Jugendportal schauen oder zu unserem nächsten Workshop kommen! Wir freuen uns!

fti-Beraterin Katja Träger, Foto: Privat

fti-Beraterin Katja Träger, Foto: Privat

Gastautor Steckbrief

Name: Katja Träger

Plattform: fti…remixed.at

Position: fti-Beraterin

Über die Autorin:

Katja Träger ist 16 Jahre alt, aus Wien und besucht die BG Bachgasse. Seit September 2009 ist sie beim fti…remixed Beraterteam dabei. Sich selbst beschreibt sie als sehr forschungsbegeistert und neugierig.

Dez 042009
 

Gastbeitrag von Julia Sobieszek (Agentur Ideentität)

Erfinderinnen …

… gibt es wenige! Durch Zufall bin ich auf der Homepage des „Welttags der Erfindung“ gelandet, der am Geburtstag von Hedy Lamarr begangen wird. So kam mir die Idee, für die Salzburger Nachrichten einen Artikel über Frauen als Erfinderinnen zu schreiben.

Zwar war ich mir schon im vorhinein darüber klar, dass die Erfinderinnen in der Minderheit sein würden, aber dass weniger als 5 % der beim österreichischen Patentamt eingereichten Erfindungen von Frauen stammen, damit habe ich nicht gerechnet. Meine persönliche Schätzung wäre zwischen 20-25 % gelegen.

Aber woran liegt es, das Frauen nicht einmal ein Zehntel der Erfindungen in Österreich ausmachen – übrigens, auch die EU Statistik ist nicht erfreulicher, auch hier ist der Frauenanteil unter 5 %. Sind Frauen weniger kreativ als Männer? Das glaube ich nicht! (Ich glaube aber auch nicht, dass Frauen kreativer als Männer sind, ich denke Kreativität ist Geschlechter unabhängig).

Glauben Frauen weniger an ihre Ideen? Das könnte ich mir schon eher vorstellen. Was natürlich traurig ist, aber vielleicht machen Frauen wie Frau Obuz, Frau Kawka und Frau Taschner – die drei Damen die ich als Beispiele in meinem Artikel genannt habe – Geschlechtsgenossinnen Mut an die eigenen Ideen zu glauben und diese zu verwirklichen.

Was man nämlich nicht weiß: Wieviele der tausenden Erfindungen die jährlich eingereicht werden sind erfolgreich? Interessant wäre eine Studie dazu wieviel Prozent der erfolgreich verwerteten Patente von Frauen stammen und wie viele von Männern.

Erfinderinnen …

… gibt es wahrscheinlich viele, aber die wenigsten trauen sich mit ihrer Idee an die Öffentlichkeit!

Julia Sobieszek, Foto: Sandra Hallinger

Julia Sobieszek, Foto: Sandra Hallinger

Gastautor Steckbrief

Name: Julia Sobieszek

Unternehmen: Agentur Ideentität

Agentur für Management, PR und Text.

Position: Inhaberin

Über die Autorin:

Julia Sobieszek ist hauptsächlich in der Kabarettbranche tätig und arbeitet u.a. mit Eva Marold, Susanne Pöchacker und Gregor Seberg. Sie ist nicht nur als Journalistin tätig sondern übernimmt auch die PR und Organisation für ihre Projekte. Dabei auch Produktionsassistenz für Steinhauer & Henning sowie die Gestaltung der ORF Sendung „Simpl the Best – von Farkas bis Niavarani“.

2007 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Zum Lachen in den Keller – Der Simpl von 1912 bis heute“

2008 folgte eine zweite Veröffentlichung mit „Zum Lachen in die Küche – Das Kabarettisten Kochbuch“

Okt 302009
 

Gastbeitrag von Mag. Franz Filzmoser (Innovation Network Austria GmbH)

Hört man Innovation, denkt man sofort an Produktinnovationen. Im geschäftlichen Alltag spielen jedoch Änderungen bei Prozessen, in der Organisation und im Marketing, eine mindestens gleich große Rolle.

Was sich jedoch derzeit im Marketing abspielt kann man nur mit Umbruch der Strukturen, oder Beginn eines neuen Zeitalters der Kommunikation bezeichnen. Die Gefahr ist nicht eine die sich aufbaut, weil man die neuen Werkzeuge benutzt, sondern sie wird größer, je länger man sich den neuen Instrumenten der Kommunikation verschließt.

In der Werbung, einer der herausragenden Instrumente des Marketings, nimmt die Effizienz klassischer Werbeformen stetig ab. Das gleiche gilt für die Öffentlichkeitsarbeit. Web 2.0 und soziale Netzwerke haben in kurzer Zeit nicht nur einen neuen Weg aufgezeigt, sondern sind schon mittendrin im Umbau unserer Verhaltensweisen. Eine neue Kommunikationskultur hat Einzug gehalten und verändert das Marketing grundlegend.

E-Mail, obwohl erst ein Jahrzehnt im allgemeinen Gebrauch, ist schon wieder alt und auch nur eine Einweg Kommunikation. Die neuen Tools heißen Facebook, Xing, LinkedIn, YouTube oder Flickr, um nur die wichtigsten zu nennen. Was Verbreitungsgeschwindigkeit einer Nachricht, einer Botschaft betrifft ist jedoch Twitter, mit seinem 140 Zeichen Universum derzeit nicht zu schlagen.

Gastautor-Steckbrief

Name: Mag. Franz FilzmoserMag. Franz Filzmoser

Unternehmen: Innovation Network Austria GmbH

Die Innovation Network Austria GmbH unterliegt primär der Unternehmensberatung mit dem Fokus der Technologie- und Innovationsbranche.

Position: Geschäftsführer und Eigentümer, weiters Herausgeber des „InnovationSpirit“, ein Magazin für Innovationen.

Franz Filzmoser über sich selbst:

Selbst würde ich mich als Unternehmer und Betriebsberater bezeichnen, der schon mehrere Unternehmen mit innovativen Produkten (Automation, Maschinenbau, Robotertechnik) gegründet, aufgebaut und auch wieder verkauft hat. Meine Tätigkeit verteilt sich auf ein Büro in Wien und eines in Wels, falls ich nicht gerade unterwegs bin. Halte viel von Sport und gesunder Ernährung. Den Winter in Österreich geniesse ich mit möglichst vielen Skitouren in den Alpen. Im Sommer laufe ich und hole mir meine Kondition in der Umgebung in der ich mich gerade aufhalte.

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